12 Anzeichen für Burnout: Daran erkennst du ob du ausgebrannt bist

Burnout hat sich in den vergangenen Jahren zu einem gewaltigen gesellschaftlichen Problem entwickelt. Immer mehr und immer jüngere Menschen sind vom Burnout betroffen. Doch was sind überhaupt die Anzeichen für Burnout? Hier erfährst du, ob auch du Gefahr läufst Burnout zu entwickeln.

Ausgebrannt und leer

Anzeichen für Burnout - Glücksdetektiv

Erschöpfung als Anzeichen für Burnout

Wenn wir von Burnout sprechen, dann ist die Rede von einem Zustand des totalen ausgebrannt seins. Burnout-Betroffene erleben eine vollkommene emotionale, körperliche und geistige Erschöpfung, bis zu dem Punkt, an dem gar nichts mehr geht.

Dabei entwickelt sich Burnout schleichend und in Phasen. Die Betroffenen gelangen oft erst nach Jahren der Überarbeitung an den Punkt, wo die Akkus endgültig leer sind und sie absolut nicht mehr weiter können.

Burnout wird (wie sollte es auch anders sein) meist durch Stress ausgelöst.

Das bedeutet aber nicht, dass du Burnout kriegst, wenn du mal ne stressige Phase hast. Die Rede ist vielmehr von einer chronischen Überlastung bei der Lebensbewältigung.

Gleichzeitig fehlen die notwendigen Ressourcen um damit angemessen umgehen zu können.

Es geht also um die Art von Stress, die entsteht, wenn die Situation unkontrollierbar wird, du dich hilflos fühlst und den Eindruck hast, der Situation einfach nicht mehr gewachsen zu sein.

Bist du gefährdet?

Anzeichen für Burnout - Glücksdetektiv

Konzentrationsstörungen als Anzeichen für Burnout

Früher hat man gesagt, dass v.a. Personen in pflegenden Berufen Gefahr laufen, Burnout zu entwickeln. Das bedeutet v.a. Therapeuten, Pfleger, Krankenschwestern, Sozialarbeiter etc.

Dann hieß es, dass vorrangig Manager Burnout entwickeln, also Führungspersönlichkeiten, an die dauerhaft große Anforderungen gestellt werden.

Inzwischen ist Burnout schon längst nicht mehr auf diese Personengruppen beschränkt, sondern zu einem gesamtgesellschaftlichen Problem geworden.

Es gibt jedoch ein paar Persönlichkeitseigenschaften, die die meisten Burnout-Betroffenen vereinen. Wenn du besonders ehrgeizig und perfektionistisch bist, ist Vorsicht geboten.

Personen, die Burnout entwickeln, definieren sich häufig ausschließlich über ihre Leistung. Mangelndes Selbstvertrauen versuchen sie durch Anerkennung im Außen auszugleichen. Deswegen stellen sie extrem hohe Ansprüche an sich selbst.

Gleichzeitig fehlen ihnen die Antennen nach innen: wie geht es mir eigentlich? Was will ich? Was ist mir wichtig?

Personen, die Burnout entwickeln, leben häufig nicht authentisch, d.h. nach ihrer eigenen Identität sondern nach einer idealisierten Vorstellung davon, wie sie zu sein haben.

Wenn diese hohen Ansprüche, Erwartungen und Vorstellungen nicht mehr erfüllt werden können oder in Widerspruch geraten, nimmt das Unheil seinen Lauf.

Wie entsteht Burnout?

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Sozialer Rückzug als Anzeichen für Burnout

Zu wenig Zeit, zu viele Verpflichtungen, schwelende Konflikte, dauerhafte Reibereien, aufopfernde Fürsorge und fehlende Anerkennung, handeln gegen die eigenen Überzeugungen, wiederholtes „Ja“-Sagen, wo man eigentlich „Nein“ schreien will…

Am Anfang steht ein Konflikt, der von Person zu Person sehr unterschiedlich sein kann.

Nehmen wir an, bei dir ist es der Drang, anderen Personen etwas beweisen zu wollen. Deswegen verausgabst du dich völlig um deine extrem hohen Erwartungen zu erfüllen.

Du bist überarbeitet.

Aber anstatt einen Gang runterzuschalten und besser auf dich Acht zu geben, vernachlässigst du deine persönlichen Bedürfnisse.

Soziale Kontakte werden eingeschränkt, Hobbies aufgegeben. Dein Denken und Handeln konzentriert sich immer stärker auf diese eine Sache.

Körperlich treten jetzt vielleicht schon die ersten klassischen Stresssymptome auf: zittern, schwitzen, Kloß im Hals, Unwohlsein, Nervosität, Anspannung und Angst.

Aber du übergehst sie und überspielst sie nach außen.

Je mehr du dich für deine Arbeit, eine andere Personen oder eine bestimmte Situation aufopferst, umso mehr verlierst du dich selbst darüber.

Aber das schiebst du zur Seite.

Stattdessen lädst du dir mehr und mehr auf, während gleichzeitig deine Unzufriedenheit wächst.

Du fühlst dich gefangen. Wie ein Hamster im Laufrad musst du weiter in der täglichen Mühle funktionieren, auch wenn du schon längst keinen Sinn mehr darin siehst.

Wenn du noch immer nicht die Notbremse ziehst, wird sich nach und nach eine innerliche Leere bei dir einstellen. Du fühlst dich unverstanden und ziehst dich noch weiter zurück.

Die körperlichen Symptome werden zu handfesten Beschwerden und manifestieren sich in Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Übelkeit, Ohrengeräuschen, Verspannungen oder allergischen Reaktionen.

Anzeichen für Burnout - Glücksdetektiv

Hoffnungslosigkeit als Anzeichen für Burnout

Schließlich stellst du deine Gefühle gänzlich ab, damit du gar nichts mehr fühlen musst.

Im Grunde funktionierst du nur noch.

Aber um das nicht wahrzunehmen lenkst du dich mit allem Möglichen ab. Jetzt steigt auch die Gefahr von Suchterkrankungen rapide an.

Vielleicht rauchst du oder trinkst immer mehr Alkohol um runterzukommen. Vielleicht nimmst du Tabletten um draufzubleiben und deine Arbeit leisten zu können.

Manche stürzen sich in übermäßigen Sport um fit zu sein oder wechselnde Affären um sich bestätigt zu fühlen. Egal was es ist, du machst es, um nicht mehr fühlen zu müssen, was so unerträglich und gleichzeitig so unabwendbar scheint.

Inzwischen bist du bereits völlig erschöpft und beginnst dich aus dem Leben zurückzuziehen.

Deine Belastung nimmst du als unausweichlich und dauerhaft wahr. Deine körperlichen Symptome sind evtl. chronisch geworden.

Du bist jetzt ständig erschöpft, häufig krank und leidest an Ein- und Durchschlafstörungen. Deine Verzweiflung wiegt schwer, du bist ständig traurig, musst häufig weinen, bist ängstlich und/oder pessimistisch.

Selbst alltägliche Dinge überfordern dich und du ziehst dich mehr und mehr zurück.

Nichts interessiert dich mehr, du hast keine Motivation mehr für gar nichts.

Dir ist alles gleichgültig.

Du siehst keine Hoffnung mehr.

Vielleicht denkst du sogar daran, dir das Leben zu nehmen, weil du keinen anderen Ausweg aus deiner hoffnungslosen Situation mehr siehst.

Dein mentaler und physischer Zusammenbruch steht unmittelbar bevor.

12 Anzeichen für Burnout

Auch wenn sich dieses Muster häufig zeigt, muss nicht jeder die gleichen Phasen durchlaufen. Auch die Symptome können von Person zu Person unterschiedlich ausfallen. Alles in allem haben wir es aber mit den folgenden Anzeichen für Burnout zu tun:

  • Lustlosigkeit
  • Gereiztheit
  • Mangelndes Interesse
  • Permanente Müdigkeit, Kraftlosigkeit und Erschöpfung
  • Gefühle von Sinnlosigkeit
  • Innere Leere
  • Ein- und Durchschlafstörungen
  • Konzentrationsstörungen
  • Hoffnungslosigkeit
  • Depression
  • Körperliche Symptome wie Magen-, Darm-Beschwerden, Herz-Kreislaufprobleme, häufige Infekte etc.
  • Sozialer Rückzug

Bestimmt ist dir aufgefallen, dass diese Symptome denen einer Depression stark ähneln.

Deswegen behaupten manche nach wie vor, dass es Burnout eigentlich gar nicht gäbe und das Krankheitsbild nur künstlich von den Medien erschaffen wurde. Im internationalen Klassifikationssystem der Erkrankungen (ICD-10) wird Burnout bislang auch nicht als eigenständige Diagnose geführt.

Rechtzeitig die Notbremse ziehen

Anzeichen für Burnout - Glücksdetektiv

Depression als Anzeichen für Burnout

Aber auch wenn manche es nur für eine „Modeerscheinung“ halten. Die Realität ist, dass wir es immer häufiger mit dem Krankheitsbild Burnout zu tun haben und auch immer jüngere davon betroffen sind.

Dabei sollten wir nicht vergessen, wie sehr so ein Burnout die Betroffenen in ihrer Lebensführung verunsichert und wie schwerwiegend die bleibenden Schäden sein können.

So habe ich z.B. mal eine Beraterin getroffen, die seit ihrem Burnout unter einem chronischen Tinnitus leidet. Und eine Studentin hätte sich beinahe das Genick gebrochen, als sie in der akuten Phase ihres Burnouts in Ohnmacht gefallen und einen Abhang runtergestürzt ist.

Wenn du also aus diesem Beitrag etwas mitnimmst, dann bitte das:

Unabhängig davon, was du von der Diagnose hältst, stellt ein Burnout einen schwerwiegenden und tlw. lebensgefährlichen Einschnitt dar, unter dem die Betroffenen stark leiden.

Die Alarmglocken sollten immer dann anspringen, wenn du nur noch funktionierst und du den Eindruck hast, dass dein Leben nur noch aus dem Abarbeiten von Pflichten besteht.

Wenn du mehrere der oben genannten Anzeichen für Burnout bei dir feststellst, ist es höchste Zeit, die Notbremse zu ziehen, gut zu dir selbst zu sein oder professionelle Hilfe aufzusuchen.

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12 Kommentare
  • Eva Laspas
    schrieb um 12:57h, 28 September Antworten

    Liebe Katharina,
    du sprichts mir aus dem Herzen- man kann gar nicht früh genug damit anfangen – leider beginnt der Wahnsinn schon in der Kita – ich habe da ein Buch rezensiert „Das Märchen vom Segen der ganz Ganztagesbetreuung“ – von Autor Rainer Stadler. Er schreibt, dass Untersuchungen gezeigt haben, dass KiTa-Kinder schon einen ebenso hohen Strespegel haben wie Manager… http://www.festivaldersinne.at/das-maerchen-vom-segen-der-ganz-ganztagesbetreuung/ – der Wahnsinn vom ferngesteuerten Leben beginnt leider früh… Menschen funktionieren ohne es zu erkennen…
    lg aus Wien, Eva Laspas

    • Glücksdetektiv
      Glücksdetektiv
      schrieb um 14:42h, 29 September Antworten

      Liebe Eva,

      das ist schrecklich zu hören, dass KiTa-Kinder schon einen ebenso hohen Stresspegel haben wie Manager… Da müssen wir als Gesellschaft auf jeden Fall stark umdenken und unser einseitiges Leistungsdenken ad acta legen.

      Liebe Grüße nach Wien,
      Katharina

  • Martin
    schrieb um 18:44h, 28 September Antworten

    Das stimmt natürlich alles hundertprozentig, die Crux ist nur, dass man nicht raus kann. Denn rauskämpfen bedeutet doppelte Arbeit – eine Selbstständigkeit neben dem Beruf aufzubauen ist einfach nur hardcore. Zu kündigen finanziell betrachtet keine Alternative, wenn das Business noch nichts abwirft.. Das Jobcenter tut wirklich alles, um den Menschen die Zeit des Bezugs zur Hölle zu machen.

    Alternative? Ambitionen aufgeben und im Hamsterrad bleiben. Das ist m.E. noch schlimmer als sich für eine bessere Zukunft zu überarbeiten. Wohl dem, der ein finanzielles Polster hat – das gibt einem überhaupt erst die Entscheidungsfreiheit, ob man gut zu sich selbst sein möchte oder sich für eine Sache in den Grenzbereich zu pushen.

    Das ärgerliche an der Sache ist, dass die Politik mit der Abschaffung von Restriktionen für Arbeitslose, Aufstocker oder Gründer bzw. der Einführung eines BGE so viel Leid verhindern könnte, sich aus Alteingesessenheit und Industrie-Lobbyismus es aber nicht tut. Das würde den Menschen so gut tun. Statt Zeit abzusitzen, wäre man wirklich produktiv, alte Menschen müssten nicht mehr im Müll nach Pfand buddeln, es gäbe weniger Neid, Hass und Missgunst in den sozial schwachen Schichten. Aber es passiert nicht, weil diese Regierung nicht abgewählt wird. Weil unzufriedene Leute aus Resignation nicht wählen und das Feld den anderen überlassen.

    Insofern sehe ich persönlich keine Möglichkeit (ausser vielleicht der Selbstmanipulation, die aus Gründen der Authentizität für mich keine Option ist), Burn-Out zu verhindern. Ich habe kein Polster, ich muss aus dem angestellten Leben raus und der Aufbau der Selbstständigkeit ist fordernd. Wie soll einen das nicht zerreissen?.

    • Andrea
      schrieb um 08:14h, 29 September Antworten

      Hallo Martin,

      ich kann Dich einerseits verstehen. Als ich, zugegebenermaßen „nur“ in den Vorläufern eines Burnouts, über Alternativen nachgedacht habe, erschien mir die Situation ähnlich hoffnungslos. Umso wichtiger ist es, sensibel für Anzeichen eines drohenden Burnouts zu werden, um rechtzeitig zu reagieren, BEVOR man mitten drin ist in diesem Strudel – dann hilft nämlich oftmals nur ein Herausgehen aus der Situation, Krankschreibung, Kur, Therapie.

      Selbstständigkeit ist jedoch nicht die einzige Alternative, ich halte es sogar für einen Trugschluss, dass Selbstständigkeit weniger Stress und Belastung mit sich bringt. Ich habe mich nach einem Job mit anderen Rahmenbedingungen umgesehen und ihn letztlich auch bekommen. Es war zwar anstrengend, eine vernünftige Bewerbung zu schreiben und sich für das Vorstellungsgespräch vorzubereiten, aber da ich bewusst „downgeshift“ habe (d.h. von einer Führungsposition weg, hin zu einer fachlichen Arbeit), war das machbar.

      Und ja, manchmal geht auch das nicht. Eine Freundin von mir hat mit 55 Jahren und familiären Bindungen (der Ehemann ist ja nun auch einmal auf seine Arbeitsstelle angewiesen) keine Möglichkeit, aus ihrem belastenden Job herauszukommen. Sie geht einen anderen Weg, indem sie (übrigens mithilfe einer ambulanten Psychotherapie) zum Einen versucht, bei der Arbeit das für sich herauszuholen, was noch geht (Grenzen setzen/Nein sagen/ sich selbst begrenzen/ Ansprüche auf Normal-Maß herunterschrauben/ Urlaub nehmen etc.). Zum Anderen baut sie sich in ihrem Privatleben sehr bewusst eine Art „Gegen-Pol“ auf. Sie hat konsequent den Kontakt zu Menschen eingeschränkt, die ihr Energie rauben, nimmt sich bewusst Zeit für ihre Hobbies und hat den Anspruch, einen perfekten, blitzblanken Haushalt zu führen, aufgegeben.

      Ich glaube, dass es enorm wichtig ist, (wieder) zu entdecken, welche Gestaltungsmöglichkeiten man hat. Das führt einem nicht immer in das perfekte Leben, aber Kleinigkeiten helfen eben auch, nicht in totale Hoffnungslosigkeit zu verfallen. Dazu kann man gut erst mal bei sich selbst ansetzen. Die Ansprüche, die Arbeitgeber an einem stellen, haben sehr viele Menschen dermaßen verinnerlicht, dass sie diese als völlig normal ansehen, ebenso wie viele meinen, nur etwas wert zu sein, wenn sie jeder Rolle (Arbeitnehmer, Elternteil, PartnerIn, Sportlerin u.a.) perfekt gerecht werden.

      @ Liebe Katharina, danke für Deinen Beitrag. Wie Du gelesen hast, war ich zwar nicht direkt betroffen, aber verdammt nah dran. Und auch jetzt, anderthalb Jahre nach meinem Jobwechsel (der hart erkämpft werden musste, weil mein alter Arbeitgeber natürlich so eine „Dauerarbeiterin“ nur ungern gehen lassen wollte und ich massiv um meinen Entlassungszeitpunkt kämpfen musste), weiß ich, dass ich an vielen der von Dir benannten Punkte noch arbeiten muss. Noch immer kenne ich zeitweilig diese innere Leere, weil mir in den vielen Jahren des „Sich-innerlich-Panzerns“ mein Gespür für mich selbst zu einem Teil abhanden gekommen ist. Das ist auch manchmal nicht einfach: zu erkennen, dass trotz dieser großen Kraftanstrengung noch nicht alles im Lot ist und ich weiter dran bleiben muss. Das ist ja mit ein Grund, weswegen ich bei Deinem Blog gelandet bin – es braucht immer wieder „Nachschub“ für das Gehirn, damit es irgendwann auch das Herz kapiert. 😉

      Liebe Grüße
      Andrea

      • Glücksdetektiv
        Glücksdetektiv
        schrieb um 14:56h, 29 September Antworten

        Liebe Andrea,

        ich kann deinen Worten nur restlos zustimmen.
        Genau darum geht es: seinen Gestaltungsraum wieder zu finden und überhaupt erstmal auszuloten, welche Perspektiven es neben dem Gewohnten auch noch gibt.
        Ich freue mich, dass du kurz vor knapp die Reißleine gezogen hast und auf einem guten Weg in ein gesünderes und zufriederes Leben bist. Und ich tue gern das meinige um dich dabei bestmöglich zu unterstützen.

        Alles Liebe,
        Katharina

    • Glücksdetektiv
      Glücksdetektiv
      schrieb um 14:51h, 29 September Antworten

      Ich kann deinen Frust verstehen und sicherlich könnte die Politik hier das ein oder andere verändern (z.B. über BGE).
      Aber konzentrieren wir uns erstmal auf deine persönliche Situation… es muss ja nicht immer gleich der parallele Aufbau der Selbständigkeit sein. Jedem, der in so einer Situation steckt, ist schon viel damit geholfen, den Kontakt zu sich selbst wieder zu finden. Was will ich eigentlich? Was kann ich eigentlich? Was wird mir wann zu viel?
      Und dann schrittweise versuchen, das Leben wieder in die richtigen Bahnen zu leiten. Wo kann ich mir ein bisschen Freiraum schaffen? Wo finde ich Unterstützung? Welche Möglichkeiten habe ich?

      Wenn es gar nicht weiter geht, kann auch eine Krankschreibung den nötigen Ausweg bieten, um wieder zu sich selbst zu finden und die Zügel erneut in die Hand zu nehmen.

  • Jonas
    schrieb um 10:48h, 04 Oktober Antworten

    Hallo Katharina,

    vielen Dank für die Aufklärung. Eine Frage hätte ich aber noch. Du sprichst von Persönlichkeitsmerkmalen, die viele Burnout-Betroffene vereint. Würdest du sagen, dass es eine genetische Veranlagung dazu gibt? Wie ist da der aktuelle Stand der Forschung?

    Liebe Grüße
    Jonas

    • Glücksdetektiv
      Glücksdetektiv
      schrieb um 19:20h, 06 Oktober Antworten

      Lieber Jonas,

      es sieht schon so aus, dass es eine gewisse genetische Komponente für Burnout gibt.
      Aber das heißt noch lange nicht, dass jeder, der über diese Genkonstellation verfügt auch notgedrungen einen Burnout entwickelt.
      Das ist immer eine Frage unserer Ressourcen und unserer psychischen Widerstandsfähigkeit ist.
      Je gesünder, glücklicher und psychisch widerstandsfähiger wir sind, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir eine psychische Störung entwickeln.
      Es gibt also durchaus Menschen, die ein höheres genetisches Risiko aufweisen, bestimmte psychische Probleme zu entwickeln und bei denen es trotzdem nie zum Ausbruch der Krankheit kommt.

  • Eva Laspas
    schrieb um 13:29h, 12 Oktober Antworten

    Liebe Katharina,
    da sprichts du mir aus der Seele – wichtig sind die Ressourcen, für den Anfang genügt es vielleicht auch, sich deren überhaupt bewusst zu sein. Wenn man sich da einmal die Mühe macht und sie alle aufschreibt, es liegt ja schon so viel in uns selber.
    Ein anderer Ansatz wäre auch Kreativität zuzulassen. Sich bewusst mehr an Kreativität ins Leben holen. Damit meine ich jetzt nicht, dass wir alle Monet’s werden müssen – es genügt, u.U. schon als Rechtshänder mehr mit der linken Hand zu tun, um die passenden HInrnregionen zu stimulieren. Das war mein Weg vor Jahren. Dadurch gelang es in Folge, mehr Handlungsspielraum in meinen Aufgabenpflichten zu erkennen. Mir gelang daruch ein Perspektivenwechsel – weil das, was mir am Meisten „Stress“ gemacht hat, war die scheinbare Auswegslosigekeit der Situation. Durch den Perspektivenwechsel habe ich erkannt, dass ich der Situation gar nicht so ausgeliefert bin, wie ich dachte – ich habe immer Handlungsvielfalt.
    Und – so komisch das klingt – alleine dadurch, dass ich erkannte, dass es mir tatsächlich frei steht, meine täglichen „Musts“ zu tun oder eben zu lassen – hat das viel Druck rausgenommen. Ich konnte mich entscheiden, welche ich weiterhin tat und welche ich einfach nicht tat, um mich und meine Kräfte zu schonen. Weil – um jetzt ganz plakativ zu sein – der Garten wird auch ein Garten bleiben, wenn ich nur 1x pro Monat den Rasen mähe… 😉
    lg
    Eva Laspas

    • Glücksdetektiv
      Glücksdetektiv
      schrieb um 20:12h, 13 Oktober Antworten

      Das hast du sehr schön beschrieben, wie eine kleine Veränderung in den Gewohnheiten ganz neue Handlungsmöglichkeiten und Perspektiven eröffnen kann.
      Übrigens: die alltäglichen Erledigungen einmal mit der nicht dominanten Hand auszuführen ist eine klassische Achtsamkeitsübung, die dabei hilft präsenter im Moment zu werden und in allem anderen, was man tut.

      Viele Grüße,
      Katharina

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