3 unangenehme Wahrheiten über deine persönliche Freiheit

Dies ist ein Gastbeitrag von Jonas Schröder von gedankennahrung.de

Heute bin ich frei aufgewacht. Der Wecker klingelte um 8.30 Uhr. Dann bin ich schlaftrunken und aus aus freien Stücken zu meinem Kühlschrank. Meine Freiheit lebte ich beim Essen eines Marmeladenbrots aus.

Dazu trank ich leckeren Schwarztee, den ich letzte Woche im Supermarkt meines Vertrauens gekauft hatte. Nicht lächelnd, dafür aber aus freien Stücken, hatte ihn die Kassiererin in meine Einkaufstüte gepackt.

So viel Freiheit muss man erst mal verdauen.

Wo ist Freiheit auf der Skala der wichtigsten Güter einzuordnen? Weit über Geld und nur knapp unter Luft und Nahrung. 

Für Millennials wie mich ist Freiheit das größte Gut auf Erden.

Das Mysterium Freiheit

Eine Infographic von TheCultureist behauptet:

  • 72% der Angestellten wollen ihren gewöhnlichen Job aufgeben, um mehr Freiheit zu erhalten
  • 61% halten es für zumindest wahrscheinlich, dieses Vorhaben in 2 Jahren umgesetzt zu haben

Was erhoffen wir uns davon, frei zu sein?

Bleiben wir beim Beispiel der Arbeitswelt. Freiheit bedeutet hier:

  • arbeiten zu können, wo immer wir wollen
  • wann immer wir wollen
  • und an Themen, die uns wirklich interessieren

Jeder kennt diese Beispiele von hocherfolgreichen Autoren und Entrepreneure, die durch die Welt reisen und nur mit einem Laptop bewaffnet das Dreifache eines durchschnittlichen Jahresgehalts verdienen (falls  man sich das nicht vorstellen kann, dann sollte man schnellstens nach Tim Ferriss googlen).

Kurz: Das ist die größte Form von Freiheit.

Oder?

Doch was ist Freiheit überhaupt?

persönliche Freiheit - GlücksdetektivDas ist eine gute Frage, über die sich Philosophen seit hunderten von Jahren den Kopf zerbrechen. Der Einfachheit halber frage ich das Internet. Die Antwort:

Freiheit ist ein Zustand, in dem man nicht unterdrückt sondern unabhängig ist. Wir haben die Freiheit zu tun, was wir für richtig halten.

Kein Wunder lieben wir die Idee von Freiheit. Keiner möchte abhängig oder unterdrückt sein. Im Gegenteil: Selbstbestimmt wollen wir leben!

Schauen wir uns ein anderes Zitat an.

„Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern, dass er nicht tun muss, was er nicht will.“ – Jean-Jacques Rousseau

Freiheit ist also auch die Abwesenheit von Zwang.

Ich frage mich, ob das gerade bezogen auf den beruflichen Alltag nicht zu optimistisch ist.

Persönliche Freiheit und Naivität

Kommen wir zurück auf meinen Morgen. Schauen wir uns den Ablauf genauer an, so fällt uns auf, dass ich meine Entscheidungen nicht aus absoluter Freiheit heraus gefällt habe.

Der Wecker unterbrach meinen Tiefschlaf. Der Hunger zog mich in die Küche und so weiter.

Sind wir also einfach nur naiv, wenn wir uns schwören den Job zu kündigen, um endlich ein Leben in persönlicher Freiheit führen zu können? Irgendwelchen äußeren Zwängen müssen wir uns immer unterwerfen.

Freiheit ist nicht immer nur ein strahlend blauer Himmel.

Über die Wolken spricht man nicht gerne. Sie existieren aber.

Soll heißen: persönliche Freiheit hat auch gewisse Aspekte, über die man nicht gerne spricht. Insbesondere drei Dinge möchte ich nach dieser langen Einleitung mit dir teilen.

1) Freiheit ist anstrengend

persönliche Freiheit - GlücksdetektivIn der Schule gibt es Hausaufgaben. Im Job sagt uns ein Vorgesetzter, was wir zu tun haben.

Damit sind die meisten von uns vertraut. So wurden wir sozialisiert: Da kommt einer von außen und sagt uns, was wir zu tun haben.

Ob wir das dann auch so machen, steht auf einem anderen Blatt Papier.

Diese Arbeitsumgebung mag zwar manchmal nervig sein, doch gleichzeitig bietet sie uns eine Art Leitfaden dafür, wie wir zu arbeiten haben.

Wir müssen uns nicht selbst organisieren oder gar einen eigenen Plan aufstellen.

Ein Leben in Selbstständigkeit hingegen ist ohne Eigeninitiative und ohne eine detaillierte Tagesplanung nicht denkbar. Das ist anstrengend!

Ergo: Das, was uns am gewöhnlichen Büro-Job nervt, ist manchmal auch ein Segen.

2) (Wahl-)Freiheit lähmt

Freiheit lähmt. Besonders die Freiheit zwischen einer großen Zahl an Alternativen und Möglichkeiten zu wählen.

Egal wie ausgeprägt unsere Willenskraft ist: Entscheidungen fällen und zwischen Alternativen wählen ermüdet uns. Dieses psychologische Phänomen nennt man übrigens Decision Fatigue.

Angenommen, wir haben es geschafft: Wir sind dem öden Büroalltag entflohen und haben ein Konzept entwickelt, dass es uns ermöglichst, von überall auf der Welt aus arbeiten zu können.

Wo soll es hingehen?

  • Nach Thailand, wo die Lebenshaltungskosten günstig und die Umgebung bezaubernd ist?
  • Oder in die USA, dem amerikanischen Traum hinterher jagen wie Hunter Thompson in Fear and Loathing in Las Vegas?
  • Warum weit weg gehen, wenn Europa so schön und abwechslungsreich ist?

Egal wie man sich entscheidet, eines ist klar: Eine Entscheidung für etwas ist gleichzeitig eine Entscheidung gegen alles andere.

3) Freiheit bedeutet Verantwortung

persönliche Freiheit - GlücksdetektivFreiheit ist die Abwesenheit von Zwängen. Das heißt, dass wir nicht nur frei wählen können, was wir tun wollen und was nicht.

Nein, es ist viel mehr: Wir können nicht nur wählen, wir müssen.

Egal für was wir uns entscheiden, wir sind für unsere Wahl und die Folgen dessen verantwortlich. Das heißt, dass wir stolz sein können, wenn unsere Freiheit Früchte trägt.

Falls aber nicht, dann müssen wir uns trotzdem den Spiegel vorhalten, egal wie hässlich das ist, was wir sehen.

Das ist nicht weiter schlimm. Im Gegenteil: Aus Fehlern lernen wir. Allerdings sollten wir uns der eigenen Verantwortung bewusst sein.

Und was willst du mir damit sagen, Jonas?

Auch wenn es sich hier anders liest: Ich liebe Freiheit und Selbstbestimmung!

Jeder, der sich im Alltag gefangen fühlt, sollte schnellstens schauen, wie er aus diesem Zustand fliehen kann. Das heißt meistens, dass man sein komplettes Leben über den Haufen werfen muss, damit man neu anfangen kann.

Das ist selbstverständlich um einer hohen Anstrengung verbunden, die sich aber lohnen kann.

Hoffentlich erreicht man dadurch einen Ort, an dem man glücklicher ist. Ich wünsche das jedem.

Der Grund, warum ich diesen Gastartikel für Katharinas Blog geschrieben habe, ist folgender: Zu häufig wird das Thema mystifiziert und zelebriert, ohne sich ernsthaft Gedanken darüber zu machen, was Freiheit eigentlich sein soll.

Freiheit hat auch einen Preis.

Und bei aller Euphorie, die dieses Thema zurecht weckt, wird doch häufig vergessen, dass ein selbstbestimmtes Leben auch anstrengend ist.

Darauf wollte ich aufmerksam machen.

Dennoch: Viel Erfolg beim Streben nach persönlicher Freiheit. Es ist all die Anstrengung wert!


Hast du die Nachteile eines selbstbestimmten Lebens schon persönlich erfahren? Ist Freiheit für dich überhaupt erstrebenswert? Schreibs in die Kommentare!

Jonas Schröder

Jonas Schröder

Jonas Schröder studiert aktuell Philosophie und Betriebswirtschaftslehre an der Universität Mannheim. Er ist Freizeit-Autor, ein notorischer Autodidakt, Generalist und interdisziplinär veranlagt. Auf Gedankennahrung.de schreibt er regelmäßig über die Themen Inspiration und Psychologie im Alltag.

16 Kommentare
  • Andrea
    schrieb um 11:40h, 03 August Antworten

    Hallo Jonas,

    ein schöner Beitrag, dem ich inhaltlich nur zustimmen kann!

    Grundsätzlich glaube ich, dass es „glücksfördernd“ ist, seine Selbstbestimmung und Freiheit weitgehend auszubauen. Ich erlebe es als sehr beglückend, aktiv dafür tätig zu werden. Auf der anderen Seite habe ich, bedingt durch eine berufliche Überlastungssituation, auch erlebt, dass es enorm wichtig ist, seine eigenen Grenzen zu kennen und anzuerkennen. Zumindest die, die wirklich nicht zu verändern sind. 😉 Will heißen: Es ist wichtig, sich klar zu machen, wie viel Anstrengung und Verantwortung man überhaupt aufbringen kann. Für mich hieß der Abschied aus der beruflichen Überlastungssituation nicht „Selbstständigkeit“, sondern ein Jobwechsel in einem Bereich, der mich nicht so sehr auslaugt und daher Kraft und Zeit dafür lässt, in anderen Bereichen meines Lebens freier zu sein (z.B. weil die Freizeit nicht mehr nur der puren Erholung dient, sondern die Möglichkeit eröffnet für Aktivitäten, die mir wichtig sind – Ehrenamtlichkeit, Hobbies, Zeit mit lieben Menschen).

    Ob das immer so bleiben wird, weiß ich nicht. Aber zurzeit fehlt mir die Kraft, größere Anstrengungen vorzunehmen. In meinem Angestellten-Dasein habe ich zwar Pflichtaufgaben, aber da mir diese sogar Spaß machen und nebenbei ein geregeltes Einkommen und geregelte Arbeitszeiten bieten, ist dieser Zustand gar nicht mal so schlecht. Für alles andere wird es sich finden, ich glaube fest an den Satz „Alles hat seine Zeit“ (zumindest wenn mal sensibel und ehrlich zu sich selbst ist).

    Sich an etwas zu binden ist ja nicht automatisch das Gegenteil von Freiheit. Angestellt zu sein, in einer festen Partnerschaft zu sein, Freundschaften zu pflegen ist immer auch eine Entscheidung FÜR etwas. Das heißt nicht, dass ich das in jedem Detail und für alle Ewigkeiten gut finden muss (wer oder was ist das schon?), aber das heißt, dass ich mich mit der Grundausrichtung identifizieren kann, loyal bin und vielleicht ein wenig Kraft hineinstecken kann, das zu verbessern, was nicht so toll ist. Freiheit heißt ja nicht, zu jedem Zeitpunkt zu tun und zu lassen, worauf ich gerade in diesem Moment Lust habe. Ich glaube, dass Freiheit bedeutet, sich seiner eigenen Werte bewusst zu werden und sich an diese zu binden. Das kann auch mal anstrengend und nervig sein.

    Und noch etwas: So sehr ich den Wert der Freiheit und der Selbstbestimmung als grundlegend empfinde, so sehr möchte ich trotzdem darauf hinweisen, dass wir trotzdem immer auch abhängig sind oder werden können. Jeder Schicksalsschlag zeigt uns das auf, dann müssen wir reagieren. Das gelingt allerdings leichter, wenn man sowieso mit der Haltung durchs Leben geht, selbst aktiv zu werden für das, was einem persönlich wichtig ist. Aber eine „Alles ist möglich“-Haltung stelle ich sehr in Frage.

    Einen schönen Tag wünsche ich allen Leserinnen!

    • Jonas
      schrieb um 14:51h, 03 August Antworten

      Hallo Andrea,

      danke für deinen bereichernden Kommentar. Selbstverständlich muss man sich nicht selbstständig machen, wenn der Job einen runterzieht. Ein Wechsel des Arbeitsplatzes ist da viel naheliegender. Es besteht sogar die Gefahr, dass der unternehmerische Lebensstil an Freiheit verliert. Welcher Selbstständige kann schon jeden Tag sagen: „So, nun ist 5 Uhr. Ich geh heim. Bis morgen.“

      Auch dir einen schönen Tag.
      Jonas

    • Glücksdetektiv
      schrieb um 14:06h, 04 August Antworten

      Hallo Andrea,

      ich muss mich auch kurz einmischen 🙂
      Finde diesen Satz von dir absolut super und wollte das noch mal unterstreichen:
      „Sich an etwas zu binden ist ja nicht automatisch das Gegenteil von Freiheit. Angestellt zu sein, in einer festen Partnerschaft zu sein, Freundschaften zu pflegen ist immer auch eine Entscheidung FÜR etwas.“

      Genauso ist es. Die Freiheit liegt darin sich aus relativ freien Stücken für etwas zu entscheiden und nicht für eine vermeintlich freiere Form von Arbeit.

      Liebe Grüße,
      Katharina

  • Mischa
    schrieb um 11:48h, 03 August Antworten

    Hi Jonas,

    danke für den Artikel. Da stehen viele richtige Dinge drin, die ich selbst in meinem halben Jahr als Freiberufler schon erfahren/erlebt habe. Klar ist Freiheit manchmal beschwerlich. Aber wenn ich mir nur ganz kurz die Alternative vor Augen halte und an mein früheres Angestelltenleben zurückblicke, dann weiß ich, dass ich zu 100 Prozent das Richtige gemacht habe.

    Was ich jetzt bei deiner eigenen Rolle in der Geschichte nicht ganz verstehe: Wo bzw. wie hast du dich denn für die Freiheit entschieden? Laut deinem Blog bist du Student, sprich noch gar nicht mit dem Thema wo, wie und wann arbeite ich für wen konfrontiert, oder?

    Liebe Grüße

    Mischa

    • Jonas
      schrieb um 15:11h, 03 August Antworten

      Hallo Mischa,

      eines der schönsten Gefühle ist es wohl, wenn man zurückblickt und dankbar für seine Entscheidung ist. Es freut mich, dass deine Entscheidung, der Angstelltenwelt den Rücken zu kehren, nicht bereust. Darüber berichtest du in deinem Blog auch regelmäßig, womit du anderen Kraft gibst, diesen Sprung vielleicht zumindest zu erwägen.

      Zugegeben, wenn es um diesen Sprung geht, da bist du in der besseren Rolle um Ratschläge zu geben. Mir als Student mangelt es dabei an Erfahrung im Berufsleben. Allerdings muss ich dir widersprechen, wenn du sagst, dass man als Student noch gar nicht mit dem Thema „Wann und für Wen arbeiten“ konfrontiert ist. Heute ist leider der Gegenteil der Fall.

      Die Universitäten und Hochschulen entfernen sich immer weiter vom Ideal der Bildungsvermittlung, vom Ziel, selbstständig denkende und gebildete Bürger auszubilden. Stattdessen gleicht die Hochschullandschaft immer mehr zu einem reinen Ausbildungsbetrieb. Inhalte werden mit dem Ziel ausgewählt, einen bestimmte Arbeitsstelle zu besetzen. Dazu kann man verschiedene Meinungen haben. Die unmittelbare Folge ist, dass noch vor dem Abitur sich die Frage aufdrängt: Was will ich eigentlich für einen Job? Diese Frage bestimmt heute die Studienfachwahl. Weniger das Interesse, eher die Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Brotlose Kunst, warum will man sich das antun?

      Ich wage zu bezweifeln, dass die meisten siebzehnjährigen Abiturienten wissen, womit sie die nächsten Jahrzehnte ihr Geld verdienen wollen. Geschweige denn, was für Anforderungen ein gewisser Beruf mit sich bringt. Aber nehmen wir mal an, ich weiß, dass ich für Job X ein Hochschulstudium im Fach Y brauche. Dann ist es nicht so, dass diese Frage für die 3 bis 5 Jahre Studienzeit bei Seite gelegt werden kann. Wer wirklich weiß, was er möchte, der füllt die freie Zeit zwischen den Vorlesungszeiten mit Praktika. Und wer das nicht weiß, der tut das gleiche. Denn ohne Arbeitserfahrung unterliegt man den Konkurrenzkampf mit den anderen Bewerbern.

      Keine Frage: Praktika sind hilfreich, um den Wunschberuf kennenzulernen oder überhaupt erst zu finden. Allerdings ist es heute fast schon Pflicht, die freie Zeit in der freien Wirtschaft zu verbringen. Wo wir wieder beim Thema Freiheit wären.

      Um es abzukürzen: Die Frage „Was möchte ich tun“ und „Für wen möchte ich arbeiten“ ist bedrängt uns schon vor dem Studium, aber besonders währenddessen. Die Konfrontation mit dem Thema ist unausweichlich, und ja, machmal ist die Allgegenwärtigkeit dieser Frage auch erdrückend. Das hat mich dazu veranlasst, ein paar Sätze darüber loszuwerden.

      Liebe Grüße
      Jonas

      • Mischa
        schrieb um 11:15h, 09 August Antworten

        Hi Jonas,

        Schande über mein Haupt: Ich sehe, ich sollte mich mal mehr mit den Problemen der Generation Y (oder ist das jetzt schon Z?) beschäftigen. Vielen Dank für deine ausführliche Erklärung. Was du schreibst toppt ja noch meine schlimmsten Befürchtungen in Bezug auf unseren Bildungsbetrieb.

        Ich finde es klasse, wie reflektiert du schreibst. Mach weiter so und lass dich nicht entmutigen.

        Liebe Grüße

        Mischa

  • Tanja
    schrieb um 22:10h, 03 August Antworten

    Hallo Jonas,

    der Gedanke ist ja gerade sehr, sehr präsent in vielen Blogs. Ich finde es unglaublich spannend, welche Worte jeder wählt, um das Thema in seinen Worten zu schildern. Schon als ich zu meiner Blogparade aufrief „Glückssuche: 9 to 5 leben oder den Job kündigen und ab in die Welt?“ fiel mir das auf. In weiteren noch viel mehr.

    Wenn es nicht so komplex wäre, könnte man es mit dem Satz abtun: Fühle was dich glücklich macht und lebe es.

    Viele Grüße
    Tanja

    • Glücksdetektiv
      schrieb um 14:12h, 04 August Antworten

      Liebe Tanja,

      spannende Blogparade hast du da veranstaltet. Da muss ich mir die Ergebnisse mal durchlesen…
      Es ist ja auch immer eine Frage der Persönlichkeit. Wir sind ja nicht alle gleich. Für manche sind Abenteuer und Reisen das absolut größte und andere können das ganze Reisekonzept überhaupt nicht verstehen.

      Und so ist es natürlich bei allen Dingen im Leben. Es kommt also immer darauf an, was mir persönlich wichtig ist, was mir etwas bedeutet und wie ich mein Leben verbringen will.

      Und dann sind das natürlich noch Sachen, die sich über die Zeit auch verändern…
      Es gibt Menschen, die gehen mit 65 Jahren mit dem Backpack auf Weltreise. Aber nicht, weil sie es vorher versäumt haben, sondern weil sie es vorher nicht wollten bzw. es ihnen nicht so wichtig war.

      Liebe Grüße,
      Katharina

  • Jan
    schrieb um 09:35h, 04 August Antworten

    Hallo Jonas,

    schöner Artikel!

    Freiheit ist die Abwesenheit von Fremdbestimmung. Freiheit ist NICHT die Anwesenheit von unendlich vielen Optionen unter denen man frei wählen kann. Dem stimme ich zu 100% zu. Ich denke auch, dass in diesem Zusammenhang ein Irrglaube weit verbreitet ist: Anzunehmen, dass das Leben besser wird wenn man möglichst viele Optionen hat.

    Meine Meinung nach ist Freiheit auch eng an die „Natur des Menschen“ geknüpft. Wir sind frei wenn wir das tun, was in unserer menschlichen Natur liegt. Andernfalls sind wir unfrei. Deswegen sind Hunger, Durst und andere menschliche Bedürfnisse – obwohl sie in gewisser Weise Optionen einschränken – auch keine Eingriffe in unsere Freiheit. Uns einen Job suchen zu müssen macht uns unfrei, auch wenn die Optionen vielfältigst sind.

    Mach weiter so,
    Gruß Jan

    • Jonas
      schrieb um 12:03h, 05 August Antworten

      Hallo Jan,

      auch an dich ein großes Dankeschön für deinen Kommentar.

      Die große Anzahl an Optionen und der mit ihnen einhergehende Wahlzwang kann manchmal schon ganz schön erdrückend sein. Allerdings sollte man auch dankbar dafür sein, dass man sich den Luxus der Wahlfreiheit leisten kann. Jammern auf hohem Niveau, könnte man sagen.

      Liebe Grüße
      Jonas

  • Die Freiheit und das schlechte Gewissen - Adios Angst - Bonjour Leben
    schrieb um 13:14h, 09 August Antworten

    […] Freiheit kann ganz schön anstrengend sein. Jeden Tag Optionen zu haben heißt auch, jeden Tag Entscheidungen treffen und mit seinen Folgen leben zu müssen. Sehr schön beschreibt das auch Jonas vom Blog Gedankennahrung in seinem Gastartikel auf dem Blog Glücksdetektiv. […]

  • jenny
    schrieb um 18:28h, 04 September Antworten

    … Toll geschriebener Artikel …bringt einem zum nachdenken. Vielen Dank lg. Jenny

  • dotti
    schrieb um 13:30h, 16 September Antworten

    Wann ist man denn wirklich frei in dieser gesellschaft ?

    • Glücksdetektiv
      schrieb um 18:19h, 18 September Antworten

      Vielleicht wenn du deine eigenen Entscheidungen treffen kannst (z.B. auch die, nicht mehr in dieser Gesellschaft leben zu wollen?)
      Oder was meinst du, wann du frei wärst?

  • Dave
    schrieb um 01:13h, 06 November Antworten

    Eine absolute Freiheit ergibt sich nur aus einer Lossagung von so ziemlich allen Bedürfnissen und Bindungen.

    Ich bin froh, dass es Menschen gibt, denen ihr Angestellten-Leben nicht wie ein Gefängnis vorkommt. Irgendjemand muss solche Jobs ja machen. Ich bin aber noch mehr froh darüber, dass wir zunehmend eine Kultur entwickeln, in der die berufliche Freiheit zur Selbstverständlichkeit wird.

    Klar – im Kontext unserer Gesellschaft bleibt genug an Stress, Kompromisse und Abhängigkeiten übrig. Ich wähle aber jederzeit die Freiberuflichkeit für die Hälfte des Geldes gegenüber einer Angestelltentätigkeit.

  • Siegfried
    schrieb um 11:16h, 27 November Antworten

    Guten Tag Katharina und Jonas,

    schön, dass mich ein Freund auf diese Website aufmerksam machte. Sie finde ich gut gelungen. Gewiß werde ich noch anderes kommentieren – mit 78 Jahren aber aus der Sicht älterer Semester.

    Wenn ich unsere Eingeschränktheit durch natürliche Bedürfnisse und Notwendigkeiten einmal draußen vor lasse, kann ich mich voll hinter die Formulierung von Arthur Schopenhauer stellen:
    „Ganz er selbst sein darf jeder nur, solange er allein ist. Wer also nicht die Einsamkeit liebt, der liebt auch nicht die Freiheit; denn nur wenn man allein ist, ist man frei.“

    Bleibt recht gesund!

    Siegfried

Hinterlasse einen Kommentar