Vorurteile - Glücksdetektiv

8 Vorurteile rund ums Glück, von denen du dich nicht länger beeinflussen lassen solltest

Rund ums Thema Glück kursieren zahlreiche Vorurteile. Vorurteile, die dich davon abhalten können dein eigenes Glück zu verfolgen, aus Angst davor, was das mit dir oder der Welt macht. In diesem Artikel nehme ich 8 der häufigsten Vorurteile auseinander, damit du mit gutem Gewissen deine Reise ins Glück starten kannst.

Legen wir direkt mit einem der häufigsten Vorurteile los, das sich zum Glück (welch Wortspiel) ganz leicht zerlegen lässt.

Vorurteil #1 – Glückliche Menschen sind egoistisch

Noch immer kursiert die Vorstellung, dass glückliche Menschen rücksichtslos ihre Bedürfnisse durchsetzen, ihre Mitmenschen zu ihrem Vorteil ausnutzen und sich nur darum scheren, dass es ihnen gut geht.

Selbst wenn wir das so nicht wirklich glauben bleibt doch oft ein kleiner Zweifel bestehen, ob uns das Streben nach Glück nicht vielleicht doch in egoistische Ungetümer verwandelt.

Das liegt u.a. daran, dass viele von uns im Glauben aufgewachsen sind, dass es Zeichen eines guten Charakters ist, sich um andere zu kümmern, aber Zeichen von Selbstverliebtheit und Egoismus, wenn wir uns um uns selbst kümmern. Von daher ist durchaus nachvollziehbar, dass manche Menschen regelrecht Angst haben, sie könnten schlechtere Menschen werden, wenn sie mehr auf ihr eigenes Glück achten.

Vorurteile - GlücksdetektivIn den letzten Jahrzehnten wurden zahlreiche Studien durchgeführt, die Zusammenhänge zwischen sozialen Verhaltensweisen und dem Glücksniveau einer Person aufzeigen konnten. Demnach sind glückliche Menschen hilfsbereiter als weniger glückliche Menschen und z.B. häufiger ehrenamtlich tätig. Auf der anderen Seite macht helfen nachweislich glücklicher (Tkach, 2005).

Ähnlich steht es um Freundlichkeit und Glück. Glückliche Menschen sind freundlicher (Otake et al., 2006) und empfinden mehr Dankbarkeit. Gleichzeitig führt Freundlichkeit zu mehr Wohlbefinden und steigert u.a. die Beliebtheit bei Freunden (Lyubomirsky et al., 2006).

Das ist ein weiterer wesentlicher Punkt: Soziale Beziehungen sind einer der größten Glücksgaranten überhaupt. Die glücklichsten Menschen berichten von äußerst zufriedenstellenden Beziehungen zu Freunden, Partnern und Familienmitgliedern (Diener & Seligman, 2002).

Klingt nicht nach den egoistischen Ungeheuern, die Andere zugunsten ihres Glücks ausbeuten.

Tatsächlich zeigt sich die Hilfsbereitschaft und soziale Ausrichtung von glücklichen Menschen bereits auf Ebene ihrer Ziele und Motive. Denn hier weisen Studien darauf hin, dass nicht solche Menschen am glücklichsten sind, die beruflichen oder materiellen Erfolg, also eher egoistische Ziele anstreben – sondern diejenigen, deren Ziele mit persönlichem Wachstum, zwischenmenschlichen Beziehungen und Beiträgen zur Gesellschaft einhergehen (Deci & Ryan, 2000).

Glückliche Menschen sind also ganz sicher keine egoistischen Menschen. Im Gegenteil, sie zeichnen sich durch besondere Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft aus. Du wirst auf deiner Reise zum Glück also eher zu einem besseren, als zu einem schlechteren Menschen.

„Das Glück ist das Einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt.“ – Albert Schweitzer

Vorurteil #2 – Glückliche Menschen ignorieren das Leid in der Welt

Vorurteile - GlücksdetektivEine weitere Sorge, die häufig an mich herangetragen wird, ist die Frage, wie wir glücklich werden können bei all dem Leid, das Menschen auf der Welt erfahren.

  • „Wie kann ich mich um mein persönliches Glück kümmern, wenn es Kriege, Gewalt, Schicksalsschläge und weitere Ungerechtigkeiten gibt?“
  • „Ist es nicht unpassend nach Glück zu streben, wenn es anderen Menschen so schlecht geht?“

Ich kann diese Fragen gut nachvollziehen und auch ich habe mich mit ihnen auseinandergesetzt. Die folgenden Gedanken haben mein Gewissen beruhigt:

Wäre den armen Menschen geholfen, wenn du dich absichtlich unglücklich hältst? Sich selbst das Glück zu verwehren, solange es anderen schlecht geht mag wie ein nobler Akt wirken. In der Realität hilfst du damit jedoch niemandem.

Im Gegenteil.

Du schadest nicht nur dir selbst, du reduzierst auch die Wahrscheinlichkeit, dass du deine Ressourcen einsetzt, um diese Welt zu einem besseren Ort zu machen. Denn wir haben ja schon gesehen, dass sich glückliche Menschen häufiger für das Gemeinwohl engagieren. Du kannst anderen nur dann mit voller Energie und Herzblut helfen, wenn es dir selbst gut geht.

Wenn du also wirklich etwas am Leid in dieser Welt ändern möchtest, hilf zuerst dir selbst und hilf dann Anderen. Auf diese Weise profitieren alle von deinem Glück.

Und noch etwas: Es ist ohne Zweifel schlimm, dass es so viele Missstände auf der Erde gibt, aber es ist auch nicht alles deine Schuld und deine Verantwortung. Du kannst nicht gleichzeitig den Welthunger bekämpfen, dich für Opfer von sexueller Gewalt einsetzen, die Massentierhaltung abschaffen und dich für Menschenrechte stark machen (um nur einige der Problemfelder zu nennen).

Ich halte es für einen guten Anfang, wenn sich jeder die Themen und Projekte heraussucht, die ihm besonders am Herzen liegen und versucht in diesem Bereich das seinige zu tun.

„Be the change you want to see in the world“ – Mahatma Gandhi

Vorurteil #3 – Wer glücklich sein will, darf keine negativen Emotionen mehr haben

Als ich mich mit meinem Doktorarbeitsthema auf ein Stipendum beworben habe, wurde ich bei fünf von sechs Vorstellungsgesprächen stets das Gleiche gefragt:

  • „Ist Unzufriedenheit nicht auch ein produktiver Zustand?“
  • „Brauchen wir nicht Unzufriedenheit und Unglück, um als Gesellschaft voranzukommen?“
  • „Müssen wir denn jetzt alle immer glücklich sein?“
  • „Hat es nicht auch seine Vorteile, unglücklich zu sein?“

Als hätten diese Menschen Angst, dass die Positive Psychologie ihnen das Unglück wegnimmt 🙂

Nun, hier ist die gute Nachricht: Wenn du unzufrieden sein möchtest, darfst du auch weiter unzufrieden sein!

Die Positive Psychologie zwingt niemanden glücklicher zu werden. Sie möchte lediglich Informationen sammeln und Angebote bereitstellen für die Hunderttausende von Menschen, die gerne glücklicher sein möchten.

Vorurteile - GlücksdetektivUnd ja, Unzufriedenheit hat viele Veränderungen oder künstlerische Errungenschaften hervorgebracht, aber Zufriedenheit und Glück ebenso.

Möchten wir tatsächlich Menschen absichtlich depressiv halten, damit es weiterhin Kunstwerke wie den Schrei von Edvard Munch zu sehen gibt? Das finde ich ethisch recht bedenklich…

Und dann ist es ja auch nicht so, dass die Positive Psychologie negative Emotionen ablehnt.

Alle Emotionen sind wertvoll, weil sie einen Sinn haben und uns auf etwas hinweisen. Es geht und ging niemals darum Negatives komplett zu streichen und uns in dauerglückliche Roboter zu verwandeln. Es geht darum, mehr darüber herauszufinden, wie Menschen aufblühen und das Beste aus sich und ihrem Leben herausholen können.

Zu guter Letzt muss die Wissenschaft oder das Angebot noch gefunden werden, das sämtliche Unzufriedenheit und sämtliches Unglück für immer vom Angesicht dieser Erde fegt.

Negative Emotionen werden also weiterhin Bestandteil deines Lebens sein. Aber sie müssen weder der größte, noch der einzige Bestandteil sein.

Vorurteil #4 – Das Streben nach Glück ist ein Luxusproblem

Vorurteile - GlücksdetektivSollten wir uns nicht erst darum kümmern, dass ein Hungernder Essen und ein Depressiver eine Therapie bekommt, bevor wir Menschen zum Aufblühen verhelfen?

Nach Maslows Bedürfnispyramide kümmern wir uns immer erst dann um Selbstverwirklichung, wenn unsere grundlegenden Bedürfnisse gestillt sind, wir also genug Essen und ein Dach über dem Kopf haben. Das macht erstmal Sinn, denn wenn ein Mensch am Verhungern ist, weil er nicht genug Nahrung bekommt, ist ihm mit Übungen zur Steigerung des Wohlbefindens nicht viel geholfen.

Und trotzdem wird die Wichtigkeit von Glück auf der ganzen Welt übereinstimmend sehr hoch eingestuft. Auf einer Skala von 0 (gar nicht wichtig) bis 7 (sehr wichtig), wird fast überall auf der Welt ein Wert zwischen 6 und 7 angegeben.

Für die meisten Menschen ist glücklich zu sein ein wichtiges Ziel; Für viele sogar das wichtigste Ziel überhaupt.

Hinzu kommt, dass glückliche Menschen nicht nur glücklich sind. Studien deuten darauf hin, dass sie auch gesünder, leistungsfähiger, hilfsbereiter und widerstandsfähiger sind. Sie weisen ein stärkeres Immunsystem auf, erholen sich schneller von Krankheiten, sind produktiver, kreativer, betätigen sich eher ehrenamtlich…

Kurzum: Sie haben all das, was ein Mensch für sich selbst anstrebt und tun all das, was Regierungen sich für ihre Bürger erhoffen.

Es spricht also vieles dafür, Menschen bei diesem Prozess zu unterstützen. Und zwar nicht erst dann, wenn alle anderen Probleme auf der Welt gelöst wurden.

Vorurteile - GlücksdetektivUnd noch etwas: Ethisch betrachtet mag vieles dafür sprechen zuerst einem Depressiven zu helfen seine Depression zu überwinden, bevor wir normal funktionsfähigen Menschen dabei helfen, glücklicher zu werden. Hätten wir uns aber von Anfang an um das Glück der Menschen gekümmert, wäre der Depressive dann überhaupt depressiv geworden?

Möglich ist es, aber es gibt Hinweise darauf, dass die Wahrscheinlichkeit eine Depression zu entwickeln rapide sinkt, wenn wir über ein hohes psychisches Wohlbefinden verfügen (z.B. Wood & Joseph, 2010).

Wenn wir uns also von vorne herein um unser Glück kümmern, könnten wir der Entstehung von Depressionen, Angststörungen und Burnout-Syndromen vielleicht zu großen Teilen vorbeugen.

Vorurteil #5 – Glück ist Privatsache, in die sich niemand einmischen sollte

Manche Menschen lehnen Angebote zum glücklicher werden ab, weil sie sagen, dass glücklich sein eine höchst individuelle Sache ist, die für jeden anders ist und die jeder entsprechend für sich selbst herausfinden muss.

Auf der einen Seite ist das wahr. Schon Aristoteles verdeutlichte mit seiner Aussage: „Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied“ dass der Einzelne durch Gedanken und Handlungen viel an seinem persönlichen Glück bewirken kann. Und auch mein Ansatz mit dem Glücksdetektiv ist es, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben.

Aber das ist nur die eine Seite der Medaille.

Vorurteile - GlücksdetektivDenn wir wissen auch, dass gesellschaftliche Strukturen und politische Entscheidungen unser Glücksniveau beeinflussen können. So sind in der Regel Menschen aus solchen Ländern glücklicher, die über politische Stabilität, Rechtstaatlichkeit und gerechte Strukturen verfügen.

Manche behaupten, es sei nicht Aufgabe des Staates seine Bürger glücklich zu machen. Aber eine gute Regierung würde genau darauf abzielen. Denn glückliche Menschen sind nicht nur zufriedener, sondern auch produktiver und hilfsbereiter, sie sind gesünder und leben länger.

Mit Glück ist eben nicht nur gemeint, ob man besser oder schlechter gelaunt ist. Die Auswirkungen des Glücks durchdringen alle gesellschaftlichen Ebenen und machen das Thema nicht nur zum Einzelvergnügen sondern auch gesellschafts- und politikrelevant.

Vorurteil #6 – Mit Glück darf man kein Geld verdienen

Zugegeben, in fast fünf Jahren als Glücksdetektiv habe ich diesen Vorwurf lediglich dreimal gehört. Dennoch ist es ein Glaubenssatz, der in einigen Köpfen vergraben ist und es gab eine Zeit, in der auch ich mit dieser Frage zu kämpfen hatte.

Darf man also oder darf man nicht?

Zunächst einmal: Wenn man eine Dienstleistung anbietet, hat diese ihren Wert und sollte entsprechend vergütet werden. Ich gehe ja auch nicht zu meinem Friseur und fordere, dass er mir die Haare kostenlos schneidet und in der Waschanlage soll man mein Auto bitte gratis waschen. So funktioniert unsere heutige Gesellschaft nicht.

Warum also sollte es beim Glück anders sein?

Vielleicht, weil es gewisse grundlegende Bereiche des Lebens gibt, die so fundamental wichtig sind, dass sie allen Menschen frei zugänglich gemacht werden sollten. Dazu könnten etwa Bildung, Gesundheit und am besten auch das Wissen darüber, wie wir glücklich und sinnvoll Leben können, gehören.

Aber selbst für Bildung und Gesundheit zahlen wir Geld.

Und wenn es doch irgendwann zu einem gesamtgesellschaftlichen Umdenken kommen würde, in deren Folge Coachings und Glücksangebote staatlich gefördert würden, würdest du als Steuerzahler am Ende dennoch dafür zahlen.

Vorurteil #7 – Die Positive Psychologie ist esoterisch

Kaum hört man Sätze wie „Optimisten sind erfolgreicher und kreativer“ gehen bei vielen Menschen die Warnlichter an. Kein Wunder, wenn man bedenkt, wie viele Millionen Tonnen Ratgeberliteratur in den Selbsthilfeabteilungen der Buchhandlungen ihre Heilsversprechen in die Welt schicken.

Heilsversprechen, die meist auf bloßen Überzeugungen oder persönlichen Präferenzen beruhen.

Vorurteile - GlücksdetektivZahlreiche Motivationscoaches, Hobby-Therapeuten und selbst ernannte Experten aller Art überfluten den Markt mit oft zweifelhaften Angeboten. Mit dem Ergebnis, dass jegliche Tätigkeit in diesem Bereich einen fahlen Nachgeschmack hinterlässt.

Das haben vermutlich alle zu spüren bekommen, die sich mit der Positiven Psychologie beschäftigen. Dabei handelt es sich bei der Positiven Psychologie um einen Teilbereich der akademischen Psychologie; Also um eine wissenschaftliche Disziplin, wie die Entwicklungspsychologie oder Klinische Psychologie auch welche sind.

Und im Gegensatz zur Esoterik zeichnet sich die Positive Psychologie durch das Bemühen aus, Glück anhand von konkreten Studien und Datenerhebungen wissenschaftlich zu untersuchen.

Natürlich sollte man auch den wissenschaftlichen Befunden nicht unreflektiert Glauben schenken, denn manche Studien weisen zweifelhafte Methoden oder falsche Interpretationen auf und oftmals verändert sich unser Wissen auch über die Jahre.

Aber wenn viele Wissenschaftler unabhängig voneinander immer wieder zu den gleichen Erkenntnissen gelangen, erweckt das doch mehr Vertrauen als die Technik, die bei der Tante von der Mutter eines Freundes wahre Wunder bewirkt hat 🙂

Vorurteil #8 – Glückliche Menschen sind naiv und verkennen die Realität

Wer sich auf dem Weg in ein glücklicheres Leben aufmacht, führt häufig drastische Veränderungen in seinem Leben durch. Da trennt man sich von einem Job, der einen nicht glücklich gemacht hat, von Menschen, die einem nicht gutgetan haben und von Vorstellungen, nach denen man sein Leben lang gelebt hat.

Für Außenstehende kann das sehr beängstigend sein.

Sie fürchten die Person zu verlieren, die sie kannten und wollen dich auf Gedeih und Verderb so haben, wie du bislang warst – egal, ob du unglücklich warst oder nicht.

Deswegen wirst du von Außenstehenden oft hören, dass du doch naiv bist, wenn du denkst, dass ein anderer Job dich glücklicher machen würde und Jobs nun mal sch* sind. Man wird dir sagen, du kannst doch nicht einfach noch mal studieren, du bist doch viel zu alt dafür.

Und wenn du ihnen entgegnest, dass du all diese Dinge, von denen sie behaupten, dass du sie nicht machen könntest, doch machen kannst, dann heißt es: Du verkennst die Realität und lebst in einer Traumwelt.

Das Problem ist, dass diese Menschen sich noch immer von den verstaubten Überzeugungen und Glaubenssätzen leiten lassen, die du bereits abgelegt hast. Darum lass dich nicht zurückhalten und geh deinen Weg.

Ich hoffe, dass du manche der Vorurteile jetzt in einem anderen Licht siehst und dich nichts mehr daran hindert, dein Lebensglück zu verfolgen und so glücklich zu sein, wie nur irgendwie möglich.

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Einige ausgewählte Referenzen:

  • Deci, E. L. & Ryan, R. M. (2000). The „What“ and „Why“ of Goal Pursuits: Human Needs and the Self-Determination of Behavior. Psychological Inquiry, 11 (4), 227–268.
  • Diener, E. & Seligman, M. E. P. (2002). Very happy people. Psychological Science 13 (1), 81-84.
  • Lyubomirsky, S., Tkach, C. & Sheldon, K. M. (2004). Pursuing sustained happiness through random acts of kindness and counting one’s blessings: Tests of two 6-week interventions. Unpublished manuscript, Department of Psychology, University of California, Riverside.
  • Otake, K., Shimai, S., Tanaka-Matsumi, J., Otsui, K. & Fredrickson, B. L. (2006). Happy people become happier through kindness: A counting kindnesses intervention. Journal of Happiness Studies, 7 (3), 361-375.
  • Tkach, C. (2005). Unlocking the treasury of human kindness: Enduring improvements in mood, happiness, and self-evaluations. Dissertation. University of California, Riverside.
  • Wood, A. M. & Joseph, S. (2010). The absence of positive psychological (eudemonic) well-being as a risk factor for depression: A ten year cohort study. Journal of Affective Disorders122 (3), 213-217.

18 Kommentare
  • Riccarda Larcher
    schrieb um 15:51h, 31 Juli Antworten

    Es scheint in der Tat, die Menschen hätten Angst davor, glücklich zu sein. Was wäre, wenn der Einzelne glücklich wäre? Würden bestehende Systeme einstürzen? Würde es eine komplette Veränderung der Gesellschaft nötig machen? Wie wäre es, würden dei meisten Menschen hoch schwingen anstatt niedrig?
    Ist unser System auf niedrig schwingenden und unglücklichen Menschen aufgebaut? Ich habe das Gefühl, mit diesen Fragen würde man in ein Wespennest stochern …. lg Riccarda

    • Glücksdetektiv
      schrieb um 17:05h, 02 August Antworten

      Es gibt tatsächlich den viel verbreiteten Glauben, dass Unzufriedenheit ein Motor für Fortschritt und Entwicklung ist. Kann es auch sein. Definitiv. Aber nicht jeder, der unzufrieden ist, trägt dazu bei, dass es gesellschaftlichen Fortschritt gibt. Gleichsam sind glückliche Menschen nicht bequem und somit zwangsläufig Bremsen für den Fortschritt …

      Grüße,
      Katharina

  • Lita Haagen
    schrieb um 10:30h, 03 August Antworten

    Eine gute Aufstellung von Glücksdetektiv und ein wirlich überdenkenswerter Kommentar von Dir, Riccarda.
    Wir befinden uns gesellschaftlich im Umbruch.
    Globalisierung und Digitalisierung sind nicht aufzuhalten.
    Wie jede Wandlung birgt das Chancen und Risiken.

    Auch die scheinbar und die tatsächlich „Mächtigen da oben“ aus Wirtschaft und Politik müssen sich mit den sich rapide verändernden Rahmenbedingungen auseinander setzen.
    Schaffen wir es, sie davon zu überzeugen, dass es sich wirtschaftlich für sie lohnt, von Ausbeutung, Unterdrückung, Diffamierung und Ausgrenzung abzulassen ?
    Können wir ihnen aufzeigen, dass sie in ihrem eigenen Interesse statt dessen auf Fairnes, Achtung, Förderung und Beteiligung setzen sollten?

    Auch „die da oben“ sind Menschen und sehnen sich nach persönlichem Glück.
    Wenn wir es an den Konzernspitzen mit Einzelpersonen zu tun hätten, wäre es leichter,
    diese für ihren persönlichen Glücksweg in Balance zwischen Geben und Nehmen zu begeistern.

    Wie aber gehen wir mit Aktiengesellschaften um?
    Wie verantwortlich fühlt sich der einzelne Aktionär, wie viel Verantwortung trägt er tatsächlich und wie überzeugen wir ihn davon, auf Heuschreckengewinne zu verichten?

    Was könnte ein einzelner Politiker, eine einzelne Staatsregierung, zum Beispiel die der BRD in dieser Sache unternehmen?
    Was könnte die Weltgemeinschaft aller Staatsregierungen unternehmen und gibt es die überhaupt und wollen wir die?

    Um wieder auf den Einzelnen „da oben“ zurück zu kommen:

    was treibt einen Multimillionär und einen Miliardär dazu, ohne Rücksicht auf eigene und fremde Verluste seinen Reichtum unbedingt verdoppeln zu wollen?
    Der Wunsch nach Konsum kann es nicht sein.

    Ich denke, es hat viel mit Status zu tun.
    Wen respektieren wir wofür?
    Was ist Erfolg?
    Wie zeigt sich der?

    Und jetzt sind wir wieder bei uns selbst.
    Bei dem Einzelnen aus jeder sozialen Schicht, aus jeder Einkommensklasse, mit jedem Bildungsniveau.
    Vor wem wollen wir uns verneigen?
    Wen respektieren, wem was gönnen?
    Wer sind unsere Vorbilder?

    Es geht also um das Mindset, um die Werte und Glaubenssätze des Käufers, Stimmberechtigten, Meinungsführers und des Mitläufers.
    Die ersten und wichtigsten Meinungsführer sind die Eltern.
    Dann kommen die Freunde und gleichzeitig die Medien einschließlich der sozialen Netzwerke.

    Wer macht hier warum Stimmung gegen wen?
    Wer betreibt gezielt Desinformation und Ausgrenzung und zu welchem Zweck?
    Wie schützen wir uns vor Meinungs- und Stimmungsmache?

    Die Wirtschaft, so wie sie jetzt ist, könnte tatsächlich zusammen brechen, wenn Status nicht mehr durch den Besitz von Luxusprodukten hergestellt werden kann.
    Sie müsste sich fundamental umstellen.
    Schlagwörter wie „Ressourcen schonend“, „umweltfreundlich“, „fair gehandelt“ haben Konjunktur und das gibt Anlass zur Hoffnung, wenn derzeit auch noch sehr viel Etikettenschwindel dabei ist.

    Mehr denn je gilt der Satz
    „We must, indeed, all hang together, or most assuredly we shall all hang separately.“ (Benjamin Franklin 1706-90)

    • Glücksdetektiv
      schrieb um 18:48h, 04 August Antworten

      Mir hat sich mal der Satz eingeprägt, dass wir mit jedem Produkt, das wir aufs Kassenband legen, eine Wahl abgeben. Wir wählen, ob es mehr regionale Produkte geben soll, mehr Importe, mehr Massentierhaltung oder mehr Bioprodukte. Genauso wählen wir mit jedem anderen Kauf, den wir tätigen und jeder anderen Entscheidung, die wir fällen.
      Wir neigen immer dazu zu glauben, dass der Einzelne überhaupt keinen Einfluss hat. Dabei geben wir unsere Stimme jeden Tag hunderttausendfach ab. Mit jeder Entscheidung, die wir treffen.

      Ein sehr aufschlussreicher Gedanke, wie ich finde…
      LG, Katharina

  • Heinz Kaufmann
    schrieb um 12:31h, 03 August Antworten

    Hallo Katharina

    Deine Inputs und Texte verwende ich gerne in meinen Kursen (Arbeit mit Arbeitslosen …) als Input und ergänze sie mit meinen Arbeitsblättern … mit dem Aufmerksammachen wohin geht mein Fokus ….

    Auch unter meinen KollegenInnen grassiert immer noch vorwiegend die Meinung, dass die Unzufriedenheit ein ‚guter‘ Motivationsmotor ist …. da bin ich absolut deiner Meinung … und bin dankbar, dass ich in diesem Bezug meinungsresistent bin …

    Herzlichen Dank für deine Inputs, Anregungen und auch immer wieder für die stille Aufforderung, dran zu bleiben ….

    Of wedärluägä – be youtiful
    Heinz Kaufmann

    • Glücksdetektiv
      schrieb um 18:45h, 04 August Antworten

      Die Aufforderung brauchen wir alle immer mal wieder. Das kenne ich nur zu gut 🙂

      LG, Katharina

  • BennyBriesemeister
    schrieb um 14:00h, 06 August Antworten

    Hallo Kathi,

    sehr interessanter Beitrag. Vor allem die erwähnten drei Kommentare, dass man mit Glück kein Geld verdienen darf, haben mich neugierig gemacht – wahrscheinlich, weil ich vor kurzem einen sehr interessanten Beitrag zu unserem Verständnis von Wirtschaft und ihren Regeln gelesen habe:

    https://howwegettonext.com/reversing-the-lies-of-the-sharing-economy-a85501d14be8

    Wie in dem Beitrag sehr schön rausgearbeitet wird, ist die Grundlage von Wirtschaft: Ich habe etwas, das du nicht hast. Du gibst mir Geld, und dafür kriegst du das, was ich habe. Das bedeutet aber auch, dass ich etwas verliere – entweder das verkaufte Gut, oder zumindest Zeit.

    Wenn wir aber an Glück denken, dann denken wir immernoch: „Das Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt“ (Albert Schweitzer)
    Wenn mich also jemand glücklich macht, warum sollte ich ihn bezahlen, denn er wird ja auch glüklich dadurch. Warum sollte die gleiche Ware für mich teurer sein, als für ihn? Glück ist quasi die Währung, in der die im Artikel genannte „gift economy“ funktioniert, und wer mit Glück Geld verdient, profitiert doppelt.

    Ich glaube, daher kommt dieses Vorurteil.
    Übrigens der gleiche Grund, warum Menschen, die sagen, ihnen würde ihre Arbeit Spaß machen, oft schräg angeschaut werden. Denn wenn die Arbeit Spaß macht, ist es ja keine Arbeit mehr, die bezahlt werden müsste. Dann ist es ja eigentlich eher ein Hobby, das in sich selbst belohnend genug sein sollte.

    In diesem Zusammenhang finde ich übrigens die Sicht von (ich glaub es war) Götz Werner, dem Gründer von dm interessant. Der sagte mal, sinngemäß zitiert, dass wir Geld nicht als Bezahlung für eine Leistung ansehen sollten, sondern als absolute Notwendigkeit, die es uns erst ermöglicht Zeit für die Dinge zu erübrigen, die im Rahmen einer Unternehmung nunmal erledigt werden müssen – unabhängig davon, ob diese Unternehmung nun Spaß macht oder nicht.
    In diesem Sinne wünsche ich dir, dass du genügend Menschen findest, die dir dabei helfen Zeit zu haben das zu tun, was offensichtlich für so viele Menschen sehr wertvoll ist – auch wenn diese vielleicht nicht die Möglichkeit (oder den Willen) haben, das monetär zu vergüten. Denn auch wenn es dich glücklich macht: Deine Arbeit hier hat einen großen Wert!

    Benny

    • Glücksdetektiv
      schrieb um 13:56h, 07 August Antworten

      Herzlichen Dank für diesen schönen und informativen Kommentar.
      Ein interessanter Gedanke, dass das Vorurteil daher stammt, dass wir denken, Glück zu teilen sei ansich etwas so belohnendes, das es keiner Vergütung bedürfe.
      Aber wie du ganz richtig sagst, um Glück überhaupt teilen zu können brauchen wir Zeit und Ressourcen. Und womöglich steht eine langjährige Ausbildung hinter der Fähigkeit dieses Glück teilen zu können.
      Und zu guter Letzt darf man nicht vergessen, dass in den allermeisten Fällen ein Video, ein Beitrag oder eine Mail nicht ausreichen, um beide Parteien glücklich zu machen. Bis beide also in den Genuss dieses schönen Gefühls kommen dürfen ist es oft ein sehr langer und anstrengender Weg.

      Grüße, Katharina

  • EssayHilfe
    schrieb um 10:09h, 11 August Antworten

    Hallo Katharina, danke für Beitrag!
    Sie machten mich auf die Dinge anders aussehen. Um ehrlich zu sein, habe ich solche Vorurteile auch gehabt (am meistens war ich in #1 überzeugt). Diese Argumente sind philosophische und daher nicht eindeutige. Ich bin überzeugt, dass der Begriff „Egoismus“ mit Glück ganz nicht verbunden ist. Das kann man klar im menschlichen Verhalten beobachten.
    LG, Sabrina.

    • Glücksdetektiv
      schrieb um 18:10h, 11 August Antworten

      Was hat denn bewirkt, dass du deine Meinung geändert hast? Die Beobachtung glücklicher Menschen?

      Liebe Grüße,
      Katharina

  • Wolfram D.
    schrieb um 23:08h, 11 August Antworten

    Auch spannend ist die Ansicht, dass man kein Geld mit dem verdienen dürfe, was einen glücklich macht. Das ist nicht dasselbe wie #6. Es ist die Überzeugung, dass Arbeit mit Leiden gleichzusetzen sei. Insbesondere im schwäbischen Pietismus eine beliebte Einstellung. Dass die tägliche Tätigkeit mindestens im Durchschnitt glücklich und/oder zufrieden machen sollte, ist dann nicht legitim. Etwas harmloser ist die Variante, das als Luxus darzustellen. Aber ist es nicht auch Notwendigkeit? Je besser bezahlt der Job, desto mehr vielleicht sogar, denn das Geld allein nützt ja nichts.

    • Glücksdetektiv
      schrieb um 10:44h, 14 August Antworten

      Da hast du vollkommen Recht. Auch ich habe mir zu Beginn meiner Laufbahn angehört, dass der Job nicht Spaß machen solle und es vollkommen normal ist davon traurig, ausgelaugt und erschöpft zu sein. Das war ein Grund für mich diese Seite ins Leben zu rufen, um zu zeigen, dass es auch anders gehen kann.

      Alles Liebe,
      Katharina

  • Neugierig
    schrieb um 11:14h, 12 August Antworten

    So ganz verstehe ich das mit der Zufriedenheit/Unzufriedenheit nicht. Wenn die Neanderthaler mit ihrer Höhle zufrieden gewesen wären hätten wir heute wahrscheinlich keine Zentralheizung und Internet und ….

    • Glücksdetektiv
      schrieb um 10:20h, 14 August Antworten

      Das ist so nicht gesagt. Positive Emotionen fördern den Blick für das große Ganze und bspw. auch die Kreativität. Beide Faktoren bringen Veränderungen und Fortschritt mit sich. Und zwar ganz ohne, dass es einem vorher schlecht gehen muss.
      Barbara Fredrickson hat viel in diesem Bereich geforscht und darauf aufbauend die Broaden-and-build-Hypothese positiver Emotionen gegründet. Diese besagt, dass der Wert positiver Emotionen darin liegt, dass sie unsere Aufmerksamkeit weiten (broaden) und dazu beitrage, neue Ressourcen zu bilden (bild).

      Sowohl Unzufriedenheit als auch Zufriedenheit können daher Fortschritt und Entwicklung begünstigen.

      LG, Katharina

  • Lara Niesbuch
    schrieb um 14:26h, 13 August Antworten

    Starker Beitrag !

    Gerade die Nummer 6 finde ich extrem interessant.
    Gelegentlich hört man wirklich von Leuten, die sich darüber aufregen, wenn Menschen wie Eckhart Tolle einen Jaguar fahren (sei dahingestellt, ob das wirklich stimmt =)).

    Worüber sich niemand aufregt oder wundert, wenn besonders gierige Banker oder Manager einen teuren Wagen Fahren oder in Luxus leben.

    Es scheint als dürfte man nur viel Geld verdienen und Spaß an materiellen Dingen haben, wenn man andere dabei ausbeutet.

    Doch ist es nicht viel besser wenn beides verbinden kann: anderen helfen UND auch mal materielle Dinge genießen ?

    Danke für den Beitrag !

    • Glücksdetektiv
      schrieb um 10:16h, 14 August Antworten

      Interessante Fragestellung!
      Sieht so aus, als würden wir uns manchmal eine ganz schöne Doppelmoral aufbauen.
      Auf jeden Fall zeigt es uns mal wieder, wie viel wir von vorne herein bewerten und verurteilen, selbst, wenn wir so gut wie gar nichts über eine bestimmte Person oder den Sachverhalt wissen.

      Liebe Grüße,
      Katharina

  • Feli
    schrieb um 11:45h, 21 August Antworten

    Ein sehr interessanter Artikel. Vielen Dank. Mir war gar nicht bewusst, dass es so viele negative Vorurteile zum Thema Glück gibt. Wie traurig! Ich bin auch davon überzeugt, dass wir anderen Menschen mehr helfen können, wenn wir selbst glücklich und zufrieden sind. Wir können doch unser Glück einsetzten und damit dann den anderen Menschen helfen, selbst auch glücklich zu sein.

    • Glücksdetektiv
      schrieb um 20:27h, 22 August Antworten

      Absolut. Studien zeigen sehr deutlich, dass Glück ansteckend ist und Menschen allein davon profitieren, Kontakt zu einer glücklichen Person zu haben. Wenn du also glücklich bist, immer raus damit. Wir brauchen dich 🙂

      LG, Katharina

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