aufgeben - Glücksdetektiv

Aufgeben oder durchhalten? Wann es sinnvoll ist einen Traum zu begraben

Ist es immer sinnvoll, einen Traum gegen alle Wiederstände zu verfolgen oder gibt es Träume, die wir lieber aufgeben sollten?

Normalerweise hörst du von mir, dass du deine Träume verwirklichen sollst. Dass es sich lohnt, an ihnen festzuhalten und sie auch über Jahre hinweg zu verfolgen.

Aber nicht alle Ziele sind für uns erreichbar. Wann macht es Sinn weiterzukämpfen und wann sollten wir lieber loslassen und uns neu orientieren?

Festhalten am Traum

Die Inspiration für diesen Artikel stammt aus der Netflix-Serie „Arrested Development*“. Vielleicht kennt sie ja der ein oder andere. Dort gibt es einen Charakter namens Tobias Funke, der eigentlich ausgebildeter Psychotherapeut ist.

aufgeben - GlücksdetektivAber als solcher arbeitet er schon lange nicht mehr. Jetzt schlägt sein Herz für die Schauspielerei und er will unbedingt ein erfolgreicher Schauspieler werden.

Folge und Folge versucht er seinem Traum näher zu kommen, geht zu Castings, nimmt jede noch so kleine Statistenrolle an und versucht sich sogar als Ersatzmann für die Blue Man Group.

Aber es will einfach nicht so recht klappen.

Sicher, er ist nicht wirklich talentiert. Aber das fehlende Talent macht er mit Durchhaltevermögen und Einsatzbereitschaft wett. Nur trotzdem will ihm niemand so recht Anerkennung dafür schenken. Folge um Folge wird er enttäuscht, die Dinge klappen nie so, wie er es möchte und langsam aber sicher zerbricht auch seine Familie daran.

Wenn man Tobias so zusieht fragt man sich, warum er sich das immer weiter antut. Warum gibt er nicht auf? So viele Misserfolgserlebnisse. So viele Hinweise darauf, dass er nicht das Zeug für einen erfolgreichen Berufsschauspieler hat. So viel Unverständnis und Kritik aus dem Umfeld.

Warum macht er dennoch immer weiter?

Auf der einen Seite ist es bewundernswert, weil Tobias so sehr an sich selbst und seinen Traum glaubt, dass er immer weiter durchhält.

aufgeben - GlücksdetektivAuf der anderen Seite wirkt seine Sturheit wie Realitätsverweigerung und als Zuschauer bekommt man den Eindruck, man sieht ihm dabei zu, wie er sein Leben wegwirft. Ich habe mich wiederholt dabei erwischt mir zu wünschen, er würde seinen Traum endlich aufgeben und etwas Anderes tun. Die Schauspielerei könne er doch als Hobby weiterführen…

Und dann habe ich mich gefragt, was ich Tobias raten würde, wenn er zu mir ins Coaching käme. Würde ich ihm wirklich raten seinen Traum aufzugeben oder würde ich ihn unterstützen weiter an sich und seinen Traum zu glauben?

Sollten alle Träume unter allen Umständen verfolgt werden oder ist es in manchen Fällen sinnvoller den Traum aufzugeben und sich neu zu orientieren?

Aufgeben oder durchhalten?

Schauen wir uns zunächst an, warum es sinnvoll ist, auch über längere Zeit für einen Traum zu kämpfen:

  • Weil dein Traum etwas ist, das extrem wichtig für dich ist, das wiederspiegelt, was du dir von deinem Leben wünschst und seine Erfüllung dich unglaublich glücklich machen würde
  • Weil Erfolg nie über Nacht kommt, sondern das Resultat harter Arbeit ist und du vielleicht bisher noch nicht hart oder lang genug dafür gearbeitet hast
  • Weil viele Träume v.a. deshalb nicht in Erfüllung gehen, weil die Menschen zu früh aufgeben, sich zu schnell aus der Bahn werfen lassen und zu schnell klein beigeben
  • Weil Geduld und Ausdauer auf lange Zeit gesehen fast immer zum Ziel führen
  • Weil du dir nie ganz sicher sein kannst, ob es nicht doch klappen könnte. Selbst wenn du vollkommen untalentiert bist, ist nicht ausgeschlossen, dass es genau dafür eine Nische gibt und dich irgendwann, irgendwer genau deswegen entdeckt
  • Weil dich dein Traum über so lange Zeit definiert hat, dass du ohne ihn vielleicht vollkommen orientierungslos wärst und dich selbst nicht mehr erkennst

Was könnte dagegen sprechen immer weiter an deinem Traum festzuhalten?

  • Dass dein ganzes Leben sich so sehr auf die Erfüllung des Traumes einschränkt, dass du sonst überhaupt keine Freude mehr erlebst
  • Dass du ein Misserfolgserlebnis nach dem nächsten erfährst und dein Selbstwert über die Zeit immer geringer wird
  • Dass du vielleicht andere wunderbare Richtungen und Wege verpasst, weil du nichts Anderes mehr siehst als deinen Traum
  • Dass du deinen Traum irgendwann nur noch aus Pflichtgefühl verfolgst oder aus Angst vor dem Versagen, er aber in Wahrheit schon lange nicht mehr dein Wunsch ist
  • Dass deine Familie oder dein Umfeld zunehmend unter deiner Fixierung auf den Traum leiden und Beziehungen womöglich zerbrechen
  • Dass du irgendwann so ausgemergelt bist, dass dich das Verfolgen deines Traumes physisch und psychisch zunehmend belastet und krankmacht

Du siehst, es gibt mindestens genauso viele Gründe einen Traum aufzugeben, wie ihn weiter zu verfolgen. Spätestens, wenn dein Festhalten an deinem Traum dich nur noch leiden lässt, ist es Zeit loszulassen. Aber warum fällt uns das so schwer?

Warum es so schwer ist aufzugeben

aufgeben - GlücksdetektivZu akzeptieren, dass wir gescheitert sind, tut weh. Es tut wahnsinnig weh, denn es greift unseren Selbstwert an. Wir müssen uns selbst eingestehen, dass wir nicht gut genug sind oder, aus welchen Gründen auch immer, keine Chance haben, unser Ziel zu erreichen.

Das klingt wie versagen und wer möchte schon gerne ein Versager sein?

Aufgeben wird als Zeichen von Schwäche gewertet. Je mehr Zeit und Ressourcen wir in einen Traum investieren, desto schwieriger wird es, ihn aufzugeben. Jetzt habe ich schon all das Geld hineingesteckt und überall Werbung geschaltet und mir Streit mit der Familie eingehandelt, und jetzt soll ich das alles hinwerfen?

Nein. Jetzt erst recht…

Und schon verdoppeln wir unsere Bemühungen unseren Traum zu erfüllen, weil wir nicht vor unserer Familie und unseren Freunden als gescheitert dastehen wollen.

Niemand gibt gerne vor sich und anderen zu, dass er sein Ziel nicht erreicht hat und es auch nicht mehr erreichen wird.

Wir wollen andere nicht enttäuschen oder reden uns ein, dass diese enttäuscht wären, wenn wir doch nicht groß rauskommen und der nächste Internetmillionär werden.

Vielleicht ist es aber gar nicht so sehr die Angst vor dem Versagen, die uns davon abhält unseren Traum aufzugeben. Schließlich wird uns auch überall gesagt, dass wir geduldig sein müssen und durchhalten müssen und hart für unsere Ziele arbeiten müssen.

aufgeben - GlücksdetektivDeswegen glauben wir womöglich einfach, dass der Erfolg hinter der nächsten Ecke liegen müsste. Wir müssen nur noch eine Ecke weiterkommen.

Und noch eine Ecke.

Und noch eine Ecke.

Und dabei fällt uns gar nicht auf, dass uns das Verfolgen unseres Traumes schon längst keine Freude mehr bereitet und wir, wenn wir aufgeben würden, ein viel besseres und schöneres Leben führen könnten.

Und manchmal konzentrieren wir uns auch so sehr auf unser Ziel, dass wir die Hinweise nicht wahrnehmen, die uns zeigen, dass wir dafür eigentlich gar nicht gemacht sind oder es aus anderen Gründen nicht schaffen werden. Das ist vermutlich Tobias‘ Problem.

Er kriegt selbst gar nicht mit, dass aus ihm kein erfolgreicher Schauspieler werden wird.

Vielleicht wäre ihm geholfen, wenn er einmal wirklich zuhören würde, was andere über ihn und sein Schauspiel sagen.

Then again… wenn wir immer sofort kleinbeigeben würden, weil andere kritisieren, was wir tun, würde keiner von uns je seinen Lebenstraum erfüllen.

Es ist also gar nicht so einfach zu entscheiden, wann es sinnvoll ist, einen Traum aufzugeben und wann du weiter für ihn kämpfen sollst. Eine kleine Orientierungshilfe habe ich hier für dich zusammengestellt:

Soll ich meinen Traum aufgeben?

  • Frage dich als allererstes, ob dein Traum auch wirklich dein Traum ist oder nicht vielmehr das Ziel eines anderen, das du die letzten Jahre verfolgt hast? Willst DU wirklich selbständig sein/als Musiker arbeiten/nach Kanada auswandern?
  • Frage dich dann, ob dir dieses Ziel noch immer wichtig ist. Sei dabei ganz ehrlich zu dir selbst. Vielleicht war es mal dein Ziel, ja. Aber ist es das immer noch? Dinge verändern sich über die Jahre und das ist nicht schlimm.
  • Prüfe, ob du in den letzten Jahren deinem Traum nähergekommen bist. Gibt es irgendwelche Hinweise auf Fortschritte?
  • Überlege jetzt, ob sich die Umstände verändert haben, so dass es inzwischen unwahrscheinlicher geworden ist, dass du dein Ziel erreichen kannst/wirst.
  • Spüre in dich hinein: Wie fühlst du dich auf dem Weg zu diesem Ziel? Ist jeder Tag nur noch Qual und Leid oder macht dir das darauf hinarbeiten noch immer Freude?
  • Wie geht es dir? Leidest du unter ständiger Anspannung und Erschöpfung? Bist du ständig krank? Hast du oft Angst – und Panikattacken, bist du niedergeschlagener als früher?
  • Setze dich damit auseinander, was du weiterhin in Kauf nehmen müsstest, wenn du deinen Traum weiterverfolgst. Bist du bereit das zu tun? Bist du bereit u. U. jahrelang so weiter zu machen?

Ein Leben nach dem Traum

aufgeben - GlücksdetektivWenn du jetzt festgestellt haben solltest, dass dich das Verfolgen deines Traumes schon längst mehr plagt, als das es dich glücklich macht, ist es Zeit loszulassen.

Das ist okay.

Es kann jedoch sein, dass du dich in der nächsten Zeit mit einigen negativen Gedanken und Gefühlen auseinandersetzen musst.

Schuldgefühle könnten aufkommen, weil du diesen unangenehmen Zustand so lange mitgemacht und nicht schon früher die Reißleine gezogen hast.

Vielleicht fühlst du auch Scham, hast Selbstzweifel und machst dir Vorwürfe, weil du deinen Traum nicht erreicht hast. Wenn das passiert, führe dir wieder die obige Aufzählung vor Augen und erinnere dich daran, warum du deinen Traum aufgegeben hast.

Und dann denke nicht mehr daran, was du alles dafür getan hast und wie viele Jahre deines Lebens du in den Traum investiert hast. Im Englischen gibt es das schöne Sprichwort: “Cut your losses and move on”. Halte dich daran. Manchmal ist es das Beste, was wir machen können.

Vielleicht wirst du dich in der nächsten Zeit orientierungslos fühlen. Ziele verleihen unserem Leben eine Richtung und motivieren uns morgens aufzustehen. Hab keine Angst. Du wirst ein neues Ziel finden, wenn du gedanklich mit dem alten abgeschlossen hast.

Es muss auch nicht immer ein kompletter Neuanfang sein. Du könntest zum Nächstbesten übergehen. Dann wirst du einfach Pilot statt Astronaut, Steward statt Pilot oder arbeitest eben am Flughafen.

aufgeben - GlücksdetektivUnd manchmal, wenn wir einen Traum aufgeben, ist es gar nicht so sehr der Traum, den wir aufgeben, sondern nur die Details auf dem Weg dorthin. Deinen Mann nach 20 Jahren Ehe loszulassen heißt nicht, dass du deinen Traum, eine harmonische Beziehung zu führen, für immer aufgeben musst. Es heißt nur, dass du diesen Traum mit diesem einen Mann begraben musst.

Ich kann mir vorstellen, dass dir das gerade alles erstmal ziemlich viel Angst macht.

Einen Neubeginn zu wagen ist nie einfach. Aber vergiss nicht, dass jede Veränderung dir auch die Möglichkeit gibt, dein Leben neu auszurichten.

Das Aufgeben eines Traumes, der dir nicht gutgetan hat, kann dazu führen, dass dir eine riesige Last von den Schultern fällt und du dich wie neugeboren fühlst.

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16 Kommentare
  • Marco Gerstmann
    schrieb um 08:40h, 28 November Antworten

    Danke Katharina, für den guten Artikel. Ich dachte schon: „Traum aufgeben? Na ob der Artikel mal nicht etwas negativ wird.“ Aber das Gegenteil ist der Fall. Ich finde es gut, wie du beschreibst, dass man, wenn man schon viel zu lange und stur geradlinig einen einzigen Traum verfolgt, man durch diesen Tunnelblick gar nicht mehr die anderen Gelegenheiten wahrnimmt. Denn das Leben ist nun einmal nicht so geradlinig, wie man es sich immer wünscht.

    Und mit folgendem habe ich mich auch erst vor kurzem beschäftigt: „Dass dein ganzes Leben sich so sehr auf die Erfüllung des Traumes einschränkt, dass du sonst überhaupt keine Freude mehr erlebst“. Und zwar gingen die scheinbar letzten Worte von Steve Jobs ungefähr in diese Richtung. Er hatte nur Freude beim Ausleben seines Traums. Obwohl er ja eigentlich schon alles hatte. hat er sich immer nur für neue Produkte aufgestellt, sich aber nicht wirklich um seine Familie und seine Freunde gekümmert. Dies hat er wohl im Sterbebett bereut. Man weiß nicht, ob es wirklich seine letzten Worte waren, aber trotzdem geben sie einem zu Denken.

    Viele Grüße,
    Marco

    • Glücksdetektiv
      schrieb um 13:35h, 28 November Antworten

      Das ist ja interessant und wusste ich noch gar nicht… Ja, wäre schade wenn man über die eine Sache alles andere vergisst.

      LG, Katharina

  • Katharina
    schrieb um 20:42h, 28 November Antworten

    Hey Katharina, dieser Artikel spricht mir aus der Seele. Vielen Dank für deine Worte.

    Ich musste vor 1,5 Jahren meinen Traum aufgeben, Lehrerin zu werden und habe mein Studium (kurz vor dem Ende) abgebrochen. Es war sehr schwer für mich, aber ich musste einfach die Reißleine ziehen. Seitdem geht so mir so viel besser, aber ich schaue trotzdem manchmal wehmütig zurück und stelle mir vor, wie mein Leben gelaufen wäre, wenn ich mein Studium erfolgreich beendet hätte.

    Dein Artikel bestärkt mich und gibt mir das Gefühl, dass meine Entscheidung richtig war.

    Liebe Grüße Katharina 🙂

    • Glücksdetektiv
      schrieb um 19:03h, 29 November Antworten

      Es freut mich, dass dir meine Worte guttun. Mit Nostalgie und Wehmut ist so ein Schritt bestimmt immer verbunden, weil ja doch die Frage bleibt: was wäre gewesen, wenn…

      Aber solange es dir jetzt viel besser geht, bin ich sicher, dass du die richtige Entscheidung getroffen hast.

      Alles Liebe für dich,
      Katharina

  • Xxo
    schrieb um 19:56h, 29 November Antworten

    Wow Katharina,genau das habe ich gerade gebraucht!
    Du sprichst mir aus der Seele….
    Lieben Dank dafür!
    Es ist erstaunlich,wie vielen Menschen es doch ähnlich ergeht;)
    Viele Grüße

    • Glücksdetektiv
      schrieb um 14:04h, 30 November Antworten

      Ich finde es auch immer wieder faszinierend, das uns, trotz unser Unterschiede, doch dieselben Grundthemen bewegen.

      Ich wünsche dir alles Gute.
      LG, Katharina

  • Mensch
    schrieb um 22:00h, 01 Dezember Antworten

    Hey Katharina,

    vielen Dank für diesen so ungewöhnlichen Artikel – bin seit beinahe 3 Jahren am promovieren (war immer mein Lieblingsfach) und sehe einfach kein Land und sehe auch nicht, dass ich nach 3 Jahren fertig werde, eher habe ich das Gefühl, mein Fach gar nicht zu beherrschen, anscheinend habe ich mich irgendwie durchgemogelt und keiner hat richtig geguckt…o.O Nur wenn ich jetzt abbreche… hab ich ein gewechseltes Erststudium und eine abgebrochene Promotion im Lebenslauf und einen Master in… also keinem MINT-Fach …:( Bin einfach völlig in meinem Leben gescheitert und verstehe nicht, wie es soweit kommen konnte und was jetzt noch kommen kann… :/

    • Glücksdetektiv
      schrieb um 18:21h, 02 Dezember Antworten

      Gescheitert bist du auf keinen Fall. Schau dich einmal um, wie viele erfolgreiche Menschen ihr Studium abgebrochen, gewechselt oder gar nicht erst angefangen haben.
      Das Leben verläuft nun mal nicht gradlinig. Aber weißt du, was du den anderen Menschen dadurch vorraus hast, die noch nie ihr Fach gewechselt haben? Du hast mehr Erfahrung. Du weißt genauer, was du NICHT willst und dadurch weißt du auch ein kleines bisschen besser, was du willst.

      Ob du deine Promotion abbrechen sollst oder nicht, kann ich dir nicht sagen. Ich würde sie allerdings nicht abbrechen, weil du denkst, dass du das Gebiet nicht beherrschst. Kennst du das nicht auch vom Lernen, dass das größte Chaos im Kopf herrscht, kurz bevor du etwas Neues verstanden hast?

      Ich habe mich fast fünf Jahre mit meinem Promotionsthema (über Glück) beschäftigt und zwischendrin konnte ich weniger als je zuvor beantworten, was Glück ist. Diese Verwirrung ist also ganz normal.

      Versuch dich selbst nicht so unter Druck zu setzen. Nimm dir über die Feiertage eine kleine Auszeit von allem und versuche wieder zu dir zu finden. Danach wirst du klarer sehen, wie es weiter gehen kann und soll.

      Ich wünsche dir alles Liebe.
      Katharina

  • Joh Bruns
    schrieb um 15:59h, 02 Dezember Antworten

    Sobald es ein wirklicher Lebenstraum ist, sollte unter allen Umständen daran festgehalten werden. Sobald man jedoch feststellt, dass dieser Traum nicht mehr der eigenen Vorstellung entspricht und einen vom Erreichen wahrer Glückseligkeit abhält, sollte man diesen lieber begraben. Liebe Grüße

    • Glücksdetektiv
      schrieb um 18:22h, 02 Dezember Antworten

      „vom Erreichen wahrer Glückseligkeit abhält“… genau das ist der springende Punkt.
      Dafür müssen wir aber häufig erst einen Schritt zurück machen, um das große Ganze wieder zu sehen.

      LG, Katharina

  • Toc99
    schrieb um 11:09h, 09 Januar Antworten

    Danke für den Artikel. Ja, auch ich bin so einer, so ein Träumer. Irgendwann, vor ganz vielen Jahren, hatte ich den Traum, als Musiker auf einer Bühne zu stehen. Mittlerweile ist die Bühne eine Heimat geworden, auch wenn ich nicht von der Musik leben kann. Zumindest nicht von der Musik, die ich mache. Ich zähle die Auftritte schon lange nicht mehr. Und ich finde mich immer wieder auf Bühnen wieder, auf denen früher nur meine Idole gespielt haben. Es klappt also, über Jahrzehnte hinweg, ganz langsam.

    Ein paar Punkte möchte ich zum Artikel noch hinzufügen: Einen Traum ausdauernd zu verfolgen, heißt nicht, dass es leicht ist. Auch nach all den Jahren gibt es immer wieder Situationen, wo ich nachjustieren muss, wo ich mich verändere, oder mein musikalisches Umfeld. So vieles geht nicht automatisch. Es ist kein Traum, der einmal in Erfüllung geht und dann als Glücksbrunnen bleibt. Es ist ein Weg.

    Und, noch wichtiger, das fehlt mir im Artikel: Dieser Traum ist meiner. Niemand kann ihn mir wegnehmen. Die Musik hat mich durch die dunkelsten Zeiten gebracht, allein weil ich immer sicher war, sie nicht aufgeben zu wollen. Wir leben in einer Zeit, in der ganz oft gefordert wird, man möge sich mit seiner Tätigkeit 100% identifizieren. Aber die Arbeitgeber (die eigentlich die Arbeit nehmen, die wir geben), die identifizieren sich nicht so sehr mit uns. Wenn ich also einen Traumjob habe, dann kann immer jemand mir diesen Traumjob auch wieder nehmen.

    Es ist auch eine Frage der Erwartungen und der selbst definierten oder erlernten Grenzen. Ich lebe nicht von meiner Musik. Ich werde vermutlich nie einer der „ganz Großen“ sein. Neben dem Können gibt es nämlich noch viele andere Faktoren. Was erwarte ich also? Wenn ich erwarte, ein Superstar zu werden, dann kann ich nur unglücklich werden damit. Womöglich erlebe ich sogar Superstars, die musikalisch gar nicht so gut sind, wie ich selbst. Dann werde ich noch unglücklicher, denn dann ist es ungerecht, dass ich nicht an deren Stelle bin. Aber Es hängt eben nicht nur vom Können ab, es ist nicht gerecht. Also backe ich kleinere Brötchen, arbeite Teilzeit regulär (da stoßen viele schon an erlernte Grenzen) und mache Musik mehr nach eigenem Gusto. Umso schöner ist es dann, wenn diese Musik es schafft, live andere im Inneren zu berühren.

    • Glücksdetektiv
      schrieb um 12:47h, 19 Januar Antworten

      Vielen Dank für deinen Kommentar und dafür, dass du uns an deinem Traum teilhaben lässt. Ich stimme dir vollkommen zu: Erwartungsmanagement spielt eine sehr große Rolle und ständiges Nachjustieren ist im Leben immer gefordert. Das erzähle ich meinen Lesern vom Glück auch immer: Man ist nicht eines Tages einfach glücklich und dann ist für immer alles Sonnenschein, sondern ein glückliches Leben ist auch ein Weg, der immer wieder nachjustiert werden muss.

      Ich freue mich, dass du deinen Traum lebst und darin Erfüllung findest.
      LG, Katharina

  • DieUnbekannte
    schrieb um 19:01h, 26 Januar Antworten

    „Realitätsverweigerung“ ist ein gutes Wort. Das passt gerade zu meiner Situation. „Sein Leben wegwerfen“ leider auch. Es gibt da so eine Sache die mir überhaupt nicht mehr gut tut, an der ich aber trotzdem Jahrelang festgehalten habe, womit ich mich im Endeffekt aber nur selbst belogen habe. Immer wieder versuche ich es, um dann aber doch wieder festzustellen ich sollte es lieber sein lassen. Es ist wie eine art Hassliebe. … Meine Uroma hat immer gesagt „Einen Stein der zu schwer ist um ihn zu heben sollte man liegen lassen.“ Das ist ein passender Spruch finde ich. Irgendwann schafft man es einfach nicht mehr, und dann sollte man loslassen, sonst macht man sich nur kaputt.

    • Glücksdetektiv
      schrieb um 19:20h, 30 Januar Antworten

      Danke für deinen ehrlichen und bereichernden Kommentar.
      Den Spruch deiner Uroma finde ich sehr passend. Hast du denn inzwischen losgelassen?

      Liebe Grüße,
      Katharina

  • Herbert
    schrieb um 08:28h, 06 Februar Antworten

    Hi Katharina, hier hast du wirklich alles auf den Punkt gebracht. Durch die Hektik des Alltags vergessen wir uns mit uns auseinander zu setzen. Zu Hinterfragen ob man bestimmte Dinge wirklich machen möchte oder den Sinn zu hinterfragen. Mit deinem Blog hast du mich dazu angeregt. Lieben Gruss Herbert

    • Glücksdetektiv
      schrieb um 13:32h, 07 Februar Antworten

      Super Herbert. Genau dafür mache ich all das hier. Um dich und mich zum Nachdenken anzuregen und uns daran zu erinnern, dass wir immer mal wieder in uns gehen sollten.

      Ich grüße dich ganz herzlich.
      Katharina

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