Geduld lernen - Glücksdetektiv

Geduld lernen: Warum es so wichtig ist und 10 Tipps zur Soforthilfe

Bist du geduldig oder willst du alles in deinem Leben von jetzt auf gleich? Kannst du abwarten, wenn etwas länger dauert? Bleibst du ruhig, wenn du warten musst? Kommst du damit zurecht, wenn die Dinge nicht so laufen, wie du sie dir erhoffst? Hier erfährst du, wie du Geduld lernen kannst und warum es dich weiterbringt.

Die Fähigkeit zu warten

Geduld ist die Fähigkeit warten zu können.

Geduld lernen - GlücksdetektivEs bedeutet, dass du deinen Schokoriegel nicht jetzt gleich brauchst, sondern noch einen Tag/eine Woche/ein Jahr auf die Befriedigung deiner Bedürfnisse verzichten kannst.

Aber ist Geduld lernen überhaupt erstrebenswert?

Ich erzähle dir doch ständig, dass du im Hier und Jetzt leben sollst und da ist es doch besser den Schokoriegel gleich zu genießen, oder?

An sich schon.

Aber nicht immer kriegen wir unseren Schokoriegel gleich. Manche Situationen verlangen uns Geduld ab, ob wir wollen oder nicht. Z.B.,

  • wenn wir im Supermarkt an der Kasse in einer ewig langen Schlange stehen und den Storno genauso abwarten müssen, wie den Umtausch, den Kassiererwechsel und das Öffnen der neuen Geldrollen
  • wenn wir an längeren Projekten arbeiten, die sich über Monate oder Jahre hinziehen und das Ziel in schier unerreichbar weiter Ferne liegt
  • wenn wir endlich etwas angehen wollen, aber die Dinge sich einfach nicht so schnell entwickeln, wie wir es gerne hätten
  • wenn die Bahn mal wieder Verspätung hat, weil es nieselt und wir plötzlich 45 Minuten auf dem Bahnsteig im Regen verbringen müssen
  • wenn wir vor großartigen Ideen, die wir umsetzen wollen, förmlich übersprudeln, aber vorher noch etwas Anderes zu Ende bringen müssen
  • wenn wir krank sind und draußen das Leben an uns vorbeiziehen sehen, während wir darauf warten auch wieder arbeiten, laufen, tanzen etc. zu können

In diesen Situationen ist es günstig nicht gleich auszurasten und durchzudrehen, sondern die Ruhe zu bewahren, geduldig und gelassen zu sein. Geduld lernen ist also angebracht.

Aber warum ist das so verdammt schwer?

Wir haben verlernt geduldig zu sein

Geduld lernen - GlücksdetektivVermutlich, weil wir verlernt haben geduldig zu sein. Wieso auch warten? Heutzutage kriege ich so gut wie alles, was ich will, sofort und gleich. Die meisten Sachen sind nicht mehr als einen Mausklick entfernt.

Ich erinnere mich noch daran, wie ich früher für Schulreferate in die Bibliothek gestapft bin und nach meinem Wunschbuch gefragt habe. Und wenn das verliehen war, musste ich halt warten.

Heute erfahre ich alles, was ich wissen will innerhalb von Millisekunden aus dem Internet.

Ich kriege jedes Nahrungsmittel zu jeder Jahreszeit im Supermarkt. Und wenn mir nach Ladenschluss zu Hause einfällt, dass ich die Milch vergessen habe, bedeutet das nicht, dass es heute keine Pfannkuchen gibt. Ich bestelle mir die Milch dann einfach online und lasse sie mir eine Stunde später ins Haus liefern.

Wieso Geduld lernen, wenn ich es gewohnt bin alles jetzt und gleich zu bekommen?

Und zwar ohne Komplikationen.

Und weil es bei der Milch funktioniert, erwarte ich, dass es auch in jedem anderen Bereich meines Lebens so läuft.

Alles muss jederzeit zur Verfügung stehen. Alles muss einfach sein. Soll leicht sein. Ich will 10 Kilo in 3 Tagen verlieren. Aber auf keinen Fall bin ich bereit dafür ein halbes Jahr zu schuften.

Und dann die Sache mit dem Erfolg.

Geduld lernen - GlücksdetektivDer ist ja bekanntermaßen auch über Nacht möglich. Vom Student direkt zum Millionenbusiness. Selbst schuld, wenn du noch auf lange Ausbildungen und harte Arbeit setzt.

Nur, ganz so, wie es einem millionenfach versprochen wird, ist es dann doch nicht.

Erfolg über Nacht gibt es nicht.

Genauso wenig wie die Wunderpille, die dich in 3 Tagen 10 Kilo verlieren lässt.

Und weißt du, warum?

Weil viele Dinge, die Wert haben, nun einmal ihre Zeit brauchen.

Gut Ding will manchmal eben Weile haben

Also was tun?

  • Du kannst die Flinte ins Korn werfen und dich etwas Anderem zuwenden, weil deine erste Idee sich nicht nach wenigen Tagen ausgezahlt hat
  • Oder du bist geduldig und genügsam, findest dich damit ab, dass dein Weg steinig und lang ist und setzt deine Arbeit fort

Und hier wird schon klar, warum der Geduldige im Vorteil ist: Er gibt auch im Angesicht von Schwierigkeiten und Problemen nicht auf und verliert seine Ziele nicht aus den Augen.

Was passiert aber, wenn du ungeduldig bist?

Du gibst nicht nur schneller auf. Du setzt dich auch vorher stärker unter Druck.

Geduld lernen - GlücksdetektivDu machst dir selbst Stress und ständige Anspannung. Und dieser Druck zehrt an deiner körperlichen und seelischen Verfassung. Ständig gereizt zu sein und mit dir und deinem Leben zu hadern führt auch dazu, dass du dich schlecht konzentrieren kannst und so leichter Fehler machst.

Und dann wirst du dir selbst Vorwürfe machen und dich wieder darüber ärgern, dass die Dinge nicht nach deinem Ermessen laufen und dich noch mehr unter Druck setzen.

Und so dreht sich die Spirale immer weiter.

Das ist beim Bratkartoffeln machen nicht so tragisch. Aber wenn du ein längeres Projekt verfolgst oder die Zeit überbrücken musst, bis dein neues Leben losgehen kann, macht das einen enormen Unterschied.

Geduld lernen: 10 Tipps

Was kannst du also tun, um geduldiger zu werden? Wie kannst du Geduld lernen?

Zunächst gibt es ein paar Dinge, die du bereits im Vorfeld tun kannst, um Druck und Stress so gering wie möglich zu halten. Und die haben v.a. mit einer guten Planung und Gedankenarbeit zu tun.

  1. Zeitdruck verhindern, indem du dir Pufferzeiten etc. einrichtest
  2. Teilschritte für größere Projekte festlegen, damit du während dieser Zeit immer wieder Erfolgserlebnisse hast und nicht nur auf das eine, noch so fernliegende Ziel fokussierst
  3. Akzeptieren, dass die vor dir liegende Aufgabe Zeit benötigt
  4. Geduld lernen - GlücksdetektivÜbrigens: kein Mensch ist nur geduldig oder nur ungeduldig. Wir können in einem Bereich sehr geduldig und in einem anderen super ungeduldig sein. Z.B. ist bei uns mein Mann für das Braten von Fischstäbchen oder Bratkartoffeln zuständig, weil ich die Kartoffeln sonst halbroh essen würde. Dafür kann ich Projekte über längere Zeiträume verfolgen, während er gerne von einer Idee zur nächsten eilt. Finde also heraus, in welchen Bereichen du ungeduldig bist und arbeite konkret an diesen. Und im aktuellen Moment, wenn es brennt und der Geduldsfaden endgültig zu reißen droht?
  5. Merke, dass du ungeduldig bist und akzeptiere es: Kämpfe nicht dagegen an, sonst machst du dir nur noch mehr Druck. Begrüße deine Ungeduld lieber wie einen alten Bekannten
  6. Prüfe, ob dich die Ungeduld weiterbringt, weil sie dich eine unangenehme Situation schneller beenden lässt. Wenn sie es nicht tut, weiter zu Schritt 3
  7. Führe dir vor Augen, was die Ungeduld jetzt bringt bzw. anrichten wird: Höchstwahrscheinlich Druck und Stress, Ärger, Anspannung, schlechte Laune, Unzufriedenheit, Konzentrationsprobleme etc. Aber wird dadurch dein Problem kleiner? Wird das Projekt schneller fertig oder die Ampel schneller grün?
  8. Akzeptiere, dass die Dinge nicht vollständig in deiner Hand liegen: Du gibst dein Bestes und tust, was du kannst. Aber auch dir sind Grenzen gesetzt. Du kannst es nicht noch schneller und nicht noch besser tun. Genauso werden dir von außen Grenzen auferlegt, die du auch mit deiner gesamten Willenskraft nicht beeinflussen kannst
  9. Nutze die Zwischenzeit: Warten nervt v.a. deshalb, weil wir es als verschwendete Zeit betrachten und endlich fertig wollen werden. Aber verschwendete Zeit ist sie nur, wenn du sie verschwendest. Also nutze sie stattdessen. Freue dich über die zusätzliche Zeit, die du zum Lernen oder zur Entspannung gewinnst. Eine Zugverspätung gibt dir Zeit deine Notizen noch einmal durchzusehen oder mit deinem Buch voranzukommen. Das Warten aufs Projektfeedback gibt dir Zeit mal wieder ein paar soziale Kontakte zu pflegen und frühe Feierabende zu machen. So kannst du Energie für die Fortsetzung des Projekts tanken
  10. Geduld lernen - GlücksdetektivImitiere einen Mönch: wenn du das nächste Mal an der roten Ampel zu brodeln anfängst, stell dir einen Mönch vor. Ich kann mir beim besten Willen nicht einen Mönch vorstellen, der ungeduldig mit den Fingern auf das Lenkrad trommelt. Ich glaube, er würde stoisch und geduldig auf die Ampel gucken, ein leichtes Lächeln auf den Lippen und wäre ganz im Hier und Jetzt. Mach es wie er. Schauspielere es, wenn nötig. Sei ein Mönch 🙂

Ein Wort der Warnung:

Für mich hat das Konzept Geduld bzw. Geduld lernen auch einen negativen Beigeschmack. Denn heißt es nicht auch abzuwarten, passiv zu bleiben und zu hoffen, dass sich die Dinge von alleine klären?

Ist es wirklich immer sinnvoll geduldig zu sein oder führt das nur dazu, dass wir freiwillig länger in einem unangenehmen Zustand verharren?

Um das zu verhindern, halte ich es Curt Goetz, der diese pragmatisch wundervollen Worte verfasst hat:

„Man soll die Dinge so nehmen, wie sie kommen, aber man sollte auch dafür sorgen, dass sie so kommen, wie man sie nehmen möchte.“

In diesem Sinne… schreib mir in die Kommentare, in welchen Situationen du die Geduld verlierst und was du dagegen unternimmst? Und wenn einer mal einen ungeduldigen Mönch erlebt hat, immer raus damit 😉

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14 Kommentare
  • Markus
    schrieb um 07:45h, 14 November Antworten

    Hallo Katharina

    Deinem Artikel kann ich nur zustimmen. In unserer schnelllebigen Welt nehmen wir alles als gegeben hin. Warten können wir kaum noch. Alles muss schneller geht. Das erzeugt einen enormen Druck. Geduldig sein bedeutet auch ein wenig Abstand zu gewinnen und Vertrauen zu haben, dass man erhält wofür man arbeitet.

    Kinder können einem helfen sich in Geduld zu üben sofern man sich auf die Kinder einlässt.

    Lieben Gruss
    Markus

    • Glücksdetektiv
      schrieb um 23:24h, 14 November Antworten

      Kinder können einem tatsächlich helfen geduldiger zu werden. Ich finde es schon immer genial zu beobachten, wie langsam die Eltern auf der Straße vorwärts kommen, wenn ein kleines Kind dabei ist. Denn natürlich hält das Kind überall an, fasst dies an, bestaunt das, dreht zwischendrin einfach mal um oder setzt sich auf den Bürgersteig 🙂

      Das ist ganz großes Kino und eine ungeheure Geduldsprobe. Nicht nur für die Eltern, sondern auch für die Zuschauer des Spektakels 🙂

      LG, Katharina

  • Hella Rabl
    schrieb um 13:40h, 14 November Antworten

    Ich kann ganz gut warten, muss aber immer aufpassen , nicht in Aphatie zu verfallen..
    Liebe Grüße
    Helga

    • Glücksdetektiv
      schrieb um 23:21h, 14 November Antworten

      Das ist dann die Gefahr auf der anderen Seite der Skala, nicht wahr? Lieben Dank für deinen Kommentar Helga!

      Viele Grüße, Katharina

  • Jan
    schrieb um 17:13h, 15 November Antworten

    Manchmal bleibt einem ja nichts anderes übrig, als zu warten, zum Beispiel bei einer langen Schlange an der Supermarktkasse. Da geht es dann nur darum, wie gut man das Warten erträgt.
    Richtig doof wird Ungeduld eher dann, wenn man die Wahl hat und sich gegen das Warten entscheidet, obwohl zu warten klar die bessere Wahl wäre.
    Ich selbst bin zum Glück recht gut darin, zu warten. Vielleicht ein wenig zu gut manchmal 😉

    • Glücksdetektiv
      schrieb um 18:12h, 17 November Antworten

      „ein wenig zu gut im Warten“? 🙂
      Das ist die Gefahr, auf die ich hingewiesen habe. Warten kann auch in Passivität umschlagen und dann führt sie womöglich zum Ertragen von negativen Situationen, aus denen wir uns eigentlich viel früher hätten befreien können.

      LG, Katharina

  • Chrissi
    schrieb um 13:44h, 19 November Antworten

    Hallo Katharina!
    Ungeduld – da fühle ich mich definitiv angesprochen…
    DIe Idee mit dem Mönch klingt so absurd wie einfach. Ich kann mir aber total gut vorstellen, dass das klappt.

    Deinen Satz „Akzeptieren, dass die vor dir liegende Aufgabe Zeit benötigt“ finde ich besonders interessant. Das war mir so noch nie bewusst, aber ich wette, wenn man sich klar macht, dass gewisse Aufgaben eben eine gewisse Zeit benötigen, wird man automatisch entspannter. Ich werds jedenfalls ausprobieren 😀

    Ansonsten kann ich deinem Schlusssatz nur aus tiefstem Herzen zustimmen: Nicht immer ist Warten und „auf-mich-zukommen-lassen“ die richtige Entscheidung. Aber da müssen wir vermutlich selbst entscheiden, was uns wie wichtig ist.

    Alles Liebe,
    Chrissi

    • Glücksdetektiv
      schrieb um 18:54h, 21 November Antworten

      Vielen Dank für deinen Kommentar Chrissi.
      Lass mich wissen, wie das mit der Mönchs-Vorstellung geklappt hat. Ich werde es bei mir selbst auch versuchen, denn die Idee kam mir ehrlich gesagt direkt beim Schreiben.

      LG, Katharina

  • Joh Bruns
    schrieb um 20:03h, 03 Dezember Antworten

    Schöner Artikel! Ich finde es sehr wichtig, regelmäßig zu meditieren, um sich in Geduld zu üben. Eine tolle Anleitung zur Meditation gibt es hier: http://www.love-life.de/sich-selbst-finden/

    Liebe Grüße, Joh

    • Glücksdetektiv
      schrieb um 12:37h, 05 Dezember Antworten

      Meditation zu erlernen ist auf jeden Fall schon eine Geduldsprobe für sich 🙂

  • Manuela
    schrieb um 11:15h, 30 Januar Antworten

    Ein sehr guter Blog. Der hat mich zum Nachdenken inspiriert. Ich bin schon ein älteres Semester und habe die Erfahrung gemacht, dass Mann/Frau geduldiger wird im Alter. Die Jugend ist der Ungeduld ausgesetzt aufgrund der immer wachsenden Erwartungen. Somit finde ich diese Tips sehr gut.

    • Glücksdetektiv
      schrieb um 19:18h, 30 Januar Antworten

      Das freut mich sehr 🙂
      Meinst du, es hat mit der wachsenden Erfahrung zu tun, dass Menschen im Alter geduldiger werden? Sie bringt nichts mehr so schnell aus der Ruhe und sie wissen, dass die meisten Dinge eh nicht so bedeutend sind, wie wir es auf den ersten Blick vermuten?

      Liebe Grüße,
      Katharina

  • Lara Niesbuch
    schrieb um 16:29h, 28 April Antworten

    Sehr schöner Beitrag.

    Geduld ist mit das wichtigste, wenn man langfristig seine Ziele erreichen

    und sein Leben nach seinen eigenen Vorstellungen gestalten zu können. Es stimmt aber auch, dass

    unsere Gesellschaft und eben auch wir das geduldig sein mehr und mehr verlernen, weil heutzutage vieles

    eben schon Knopfdruck geht.

    Bis auf eines: Nachhaltige Veränderung.

    Die dauert und erfordert Geduld.

    Viel Grüße

    • Glücksdetektiv
      schrieb um 18:44h, 02 Mai Antworten

      Da gebe ich dir vollkommen Recht.
      Veränderungen brauchen ihre Zeit. Deswegen funktionieren diese ganzen „Wundermittel“ ja auch nicht („10 Kilo in 1 Woche“, „in einem Monat zum Internetmillionär“ etc).

      LG, Katharina

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