Du brauchst Hilfe?

Du steckst in einer Krise und weißt nicht mehr weiter?
Auf dieser Seite habe ich wichtige Adressen, Ansprechpartner und Hilfsmöglichkeiten für dich zusammengestellt.

Wo bekomme ich Hilfe?

Bei seelischen Problemen kannst du dich jederzeit an deinen Hausarzt oder einen Psychotherapeuten (Vorgehen s. unten) wenden.

Daneben gibt es in jeder deutschen Stadt weitere Stellen, die kostenlose Beratungen und Hilfestellungen im Krisenfall anbieten und bei Bedarf auf weiterführende Unterstützungsmöglichkeiten verweisen.

Sozialpsychiatrischer Dienst

Für: Erwachsene mit einer psychischen Erkrankung, Suchterkrankung oder geistigen Behinderung sowie für deren Angehörige und das soziale Umfeld.

Angebot: Ein Team aus Ärzten, Psychologen und Sozialarbeitern bietet Beratung, Krisenintervention und Hilfevermittlung.

Gut zu wissen: Bei Bedarf sind auch Hausbesuche möglich.

Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstellen

Für: Menschen, die von einer psychischen Störung bedroht oder betroffen sind sowie deren Angehörige.

Angebot: Ein Team aus Sozialarbeitern, Psychologen und Psychotherapeuten bietet Krisenbegleitung und Beratung bei psychischen Problemen.

Gut zu wissen: Häufig gibt es weiterführende Angebote zur Kontaktfindung, Freizeitgestaltung, Gruppenangebote, offene Sprechstunden, Treffpunkte u.v.m.

Psychiatrische oder psychosomatische Kliniken

Für: Menschen, die von einer psychischen Störung betroffen sind und psychiatrische Notfälle.

Angebot: Versorgung akuterkrankter Menschen in Krisensituationen.

Gut zu wissen: Wer keine stationäre Aufnahme benötigt, kann ggf. in einer Tagesklinik unterkommen oder durch die angehängten Institutsambulanzen versorgt werden.

Nummer gegen Kummer

Für: Kinder- und Jugendliche sowie Eltern, die sich um Kinder sorgen oder Hilfestellungen benötigen.

Angebot: Die Nummer gegen Kummer ist das größte telefonische Beratungsangebot für Kinder, Jugendliche und Eltern in Deutschland und bietet kostenlos und anonym Hilfe.

Gut zu wissen: Es gibt auch eine Onlineberatung.
Kinder- & Jugendtelefon: 116 111 (Mo-Sa: 14-20 Uhr)
Elterntelefon: 0800 111 0 550 (Mo-Fr: 9-11 Uhr/Di+Do: 17-19 Uhr).

Beratungsstellen

Für: Alle, die Informationen oder Unterstützung in dem betreffenden Bereich suchen.

Angebot: Beratung und Unterstützung zu einem spezifischen Thema, z.B. Schwangerschaft, Sucht, familiäre Konflikte, Erziehungsprobleme, Essstörungen, für Opfer von Gewalt oder sexuellem Missbrauch, für Menschen mit HIV etc.

Gut zu wissen: In der Suchmaske der DAJEB („Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Jugend- und Eheberatung e.V.“) sind alle institutionellen Beratungsstellen in Deutschland (fast 15.000) gelistet.

Selbsthilfegruppen

Die NAKOS („Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen“) unterstützt bei der Suche nach einer Selbsthilfegruppe in Wohnortnähe.

Im Notfall

Hier findest du kostenlos und rund um die Uhr Hilfe:

Telefonseelsorge

Die Telefonseelsorge ist ein Beratungsangebot der evangelischen und katholischen Kirche. Die Nummer ist rund um die Uhr, kostenlos und anonym erreichbar: 0800 111 0 111 (evangelisch) und 0800 111 0 222 (katholisch).

Gut zu wissen: Die Telefonseelsorge bietet auch vor-Ort, Chat- und E-Mailberatungen an.

Berliner Krisendienst

Beim Berliner Krisendienst berät ein Team aus Psychologen und Sozialarbeitern telefonisch und persönlich an 9 Standorten in Berlin. In Notfällen werden auch mobile Einsätze durchgeführt. Es gibt einen ärztlichen Hintergrunddienst, der bei Bedarf eingeschaltet wird und Spezialisten für geistige Behinderung.

Gut zu wissen: An den Berliner Krisendienst kann man sich auch aus anderen Bundesländern wenden. Zum Teil verfügen diese aber auch über eigene Krisendienste. Google hilft dir weiter.

Rettungsdienst

Der Rettungsdienst ist in Deutschland unter der Telefonnummer 112 erreichbar und auch bei psychischen Notfällen (z.B. starken Suizidabsichten) zuständig.

Wer hilft bei was?

Das sind die wichtigsten Ansprechpartner bei seelischen Beschwerden:

Hausarzt

Ausbildung: Medizinstudium + Facharztausbildung für Allgemeinmedizin oder Innere Medizin.

Gut zu wissen: Der Hausarzt ist eine gute erste Anlaufstelle für Beschwerden aller Art, da er Symptome einordnen und Untersuchungen veranlassen kann. Er fungiert darüber hinaus als Lotse, d.h. verweist den Patienten an passende weiterführende Stellen. In der Praxis übernimmt der Hausarzt daher oft die psychologische Erstversorgung.

Psychiater/Neurologe

Ausbildung: Medizinstudium + Facharztausbildung für Psychiatrie und Psychotherapie bzw. für Neurologie und Psychiatrie

Gut zu wissen: Psychiater sind darauf spezialisiert psychische Erkrankungen zu erkennen und zu behandeln. Da es sich um Ärzte handelt, können sie Medikamente verschreiben oder Laboruntersuchungen veranlassen. Manche Psychiater bieten auch Psychotherapie an, andere nicht. Dann findet die Behandlung rein medikamentös statt.

Psychologe

Ausbildung: Psychologiestudium

Gut zu wissen: Ein Psychologe hat Kenntnisse darüber, wie ein Mensch denkt, fühlt und handelt und auf Grund seines Studiums auch oft Einblicke in seelische Störungen und deren Behandlungen. Ohne Zusatzausbildung darf er sich jedoch nicht Psychotherapeut nennen. Psychologen können auch in vielen anderen Berufsfeldern tätig sein, z.B. der Wirtschaft, in Schulen, Behörden etc.

Psychotherapeut

Psychotherapeuten diagnostizieren und behandeln psychische Erkrankungen. Die Berufsbezeichnung „Psychotherapeut“ ist in Deutschland geschützt und kann nur von Ärzten, Psychologen oder Pädagogen geführt werden, die eine staatliche Zulassung zur Heilkunde besitzen (Approbation).

Ärztlicher Psychotherapeut

Ausbildung: Medizinstudium + Facharztausbildung, die Psychotherapie umfasst: Dazu gehören Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, Fachärzte für Psychsomatische Medizin und Psychotherapie und Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie. Oder Medizinstudium + Facharztabschluss in einem anderen Bereich + Zusatz-Weiterbildung in „Psychotherapie“

Gut zu wissen: Ärztliche Psychotherapeuten dürfen auf Grund ihres medizinischen Wissens Medikamente verschreiben und müssen dazu nicht an externe Fachkräfte verweisen.

Psychologischer Psychotherapeut

Ausbildung: Psychologiestudium + Zusatzausbildung in einem psychotherapeutischen Verfahren.

Gut zu wissen: Psychologische Psychotherapeuten therapieren mit psychologischen Methoden. D.h. sie vermitteln Hilfsmittel, um mehr Kontrolle und Einsicht über Fühlen, Denken und Verhalten zu erlangen. Sie helfen die zu Grunde liegenden Überzeugungen und Verhaltensmuster zu erkennen und neue Bewältigungsstrategien anzuwenden. Sie dürfen keine Medikamente verschreiben und verweisen dazu – so denn notwendig – auf externe Ärzte.

Kinder- und Jugendlichen-
psychotherapeut

Ausbildung: Psychologiestudium, Medizinstudium, Pädagogik- oder Sozialpädagogikstudium + Zusatzausbildung in einem psychotherapeutischen Verfahren.

Gut zu wissen: Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten behandeln Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres. Neben seelischen Problemen können sie auch bei familiären Konflikten, Sorgerechts- und Umgangsregelungen, bei Fremdunterbringung und bei gerichtlichen Fragestellungen zu Rate gezogen werden.

Wie finde ich einen Psychotherapeuten?

Der folgende Ablauf gilt für kassenärztliche Versicherte, die eine kassenärztlich anerkannte Psychotherapie anstreben. Falls du privat versichert bist, erkundige dich bitte bei deiner Krankenkasse nach dem Vorgehen. Nicht kassenärztlich anerkennte Therapieformen müssen in der Regel privat bezahlt werden, kommen aber auch ohne lange Wartezeiten aus und werden nicht aktenkundig (d.h. keine Nachteile bei Verbeamtung etc.).

1. Die Suche

Einen Psychotherapeuten in Wohnortnähe kannst du selbst über das Internet oder die Gelben Seiten suchen. Auch dein Hausarzt oder deine Krankenkasse kann dich bei der Suche nach einem Psychotherapeuten unterstützen.

Ebenfalls hilfreich: Die Deutsche Psychologen-Akademie, die Bundestherapeutenkammer oder die regional organisierten Kassenärztlichen Vereinigungen bieten Suchmasken und z.T. auch Telefonhotlines zur Psychotherapeutensuche.

2. Die Kontaktaufnahme

Jeder, der Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse ist, hat Anspruch auf eine psychotherapeutische Behandlung. Es wird keine ärztliche Überweisung benötigt. Du kannst dich also direkt an den Psychotherapeuten deiner Wahl wenden.

Ruf dazu einfach die hinterlegte Nummer an und (solltest du niemanden persönlich an die Strippe bekommen) hinterlasse eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter. Der Psychotherapeut wird dich dann zurückrufen. Manche Psychotherapeuten verfügen auch über einen Internetauftritt und können dort über das Kontaktformular erreicht werden. Und keine Angst, hier geht es noch nichts ans Eingemachte. Es wird lediglich ein Termin für die Sprechstunde vereinbart.

3. Die Sprechstunde

Seit dem 01.04.2018 ist die Wahrnehmung einer Sprechstunde in einer kassenzugelassenen psychotherapeutischen Praxis Voraussetzung für eine spätere psychotherapeutische Behandlung (Ausnahme: Du wurdest innerhalb der letzten 12 Monat aus einer psychiatrischen Klinik oder psychotherapeutischen Rehabilitation entlassen).

In der Sprechstunde wird vom Psychotherapeuten festgestellt, ob (und wann) eine Psychotherapie erforderlich ist oder welche anderen Beratungs- und Unterstützungsangebote angezeigt sind. Die Empfehlung für die weitere Behandlung wird auf einem Formular festgehalten und bei der Krankenkasse eingereicht.

4. Die probatorischen Sitzungen

Solltest du eine Empfehlung für eine psychotherapeutische Behandlung erhalten haben, finden vor Beginn der eigentlichen Psychotherapie die sogenannten probatorischen Sitzungen statt (wenn der Psychotherapeut aus der Sprechstunde keine Kapazitäten hat, kannst du dich dafür auch an jede andere kassenzugelassene Praxis wenden). Erwachsene haben Anspruch auf 2-4 Sitzungen á 50 Minuten.

In dieser Zeit wird eine genaue Diagnostik durchgeführt und die psychotherapeutischen Behandlungsmaßnahmen geplant. Du selbst hast die Möglichkeit den Psychotherapeuten kennenzulernen und zu überprüfen, ob die Chemie zwischen euch stimmt. Fühlst du dich unwohl, kommst mit der Art des Psychotherapeuten nicht gut zurecht oder fühlst dich mit den geplanten Maßnahmen nicht gut aufgehoben, kannst du dich für einen Therapeutenwechsel entscheiden. Beim nächsten Psychotherapeuten hast du erneut Anspruch auf die vollen 4 probatorischen Sitzungen.

TIPP: Es ist oft sinnvoll bei mehreren Psychotherapeuten anzurufen und nach einem Termin für die Probesitzungen zu fragen. So kannst du dich auf mehrere Wartelisten setzen lassen und deine Chancen erhöhen, schneller einen Therapieplatz zu erhalten.

5. Die Untersuchung beim Arzt

Nach den probatorischen Sitzungen und noch vor Beginn der eigentlichen Therapie musst du deinen Hausarzt aufsuchen. Dieser prüft, ob evtl. auch eine körperliche Erkrankung vorliegt, die zusätzlich behandelt werden muss und erstellt den sogenannten Konsiliarbericht.

6. Die Wartezeit

Während der probatorischen Sitzungen erstellt der Psychotherapeut die Diagnose, die die Voraussetzung für die Kostenübernahme der Psychotherapie durch die Krankenkassen ist. Bereits nach der ersten probatorischen Sitzung kann der Psychotherapeut den Antrag auf Therapie bei der Krankenkasse einreichen. Um die Wartezeit bis zum Beginn der eigentlichen Therapie zu überbrücken, können die restlichen probatorischen Sitzungen bis zur Höchstgrenze ausgenutzt werden.

Daneben stehen dir natürlich auch immer die oben genannten Hilfseinrichtungen und Kontaktnummern für den Notfall zur Verfügung. In Absprache mit deinem Psychotherapeuten kannst du die Wartezeit auch mit Selbsthilfeprogrammen oder Online-Therapiekursen der Krankenkassen überbrücken.

Denk dran: Auch während einer Psychotherapie bist du den Großteil der Woche auf dich selbst gestellt. Es kommt also vor, wie während und nach der Therapie v.a. darauf an, was du selbst tust und auch ohne begleitende Therapie kannst du schon viel bewegen (z.B. mach Sport, verabrede dich mit guten Freunden, lies hilfreiche Bücher, informiere dich, schreib Tagebuch, führe Übungen durch etc.)

7. Die eigentliche Psychotherapie beginnt

Nach den probatorischen Sitzungen folgt die eigentliche Psychotherapie. Je nach Bedarf und psychotherapeutischem Verfahren wird die Therapie zunächst für eine bestimmte Anzahl an Stunden von der Krankenkasse gewährt (meist zwischen 25 und 50 Stunden).

Jetzt wird das Kennenlernen vertieft, die Änderungsmotivation überprüft und die Arbeit an Gedanken, Gefühlen und Verhalten beginnt.

8. Das Ende

Grundsätzlich kannst du deine Therapie zu jedem Zeitpunkt beenden, wenn du es für notwendig hältst. Am besten jedoch erst dann, wenn du gelernt hast mit deinen Beschwerden umzugehen und es dir deutlich besser geht.

Bei Bedarf besteht zum Therapieende die Möglichkeit einen Verlängerungsantrag bei der Krankenkasse einzureichen und eine Fortsetzung der Therapie zu beantragen (dieser Antrag kann von der Krankenkasse jedoch auch abgelehnt werden). Andernfalls wird dich dein Psychotherapeut rechtzeitig vor Ende der bewilligten Stunden auf das baldige Therapieende vorbereiten, Bilanz ziehen und gemeinsam mit dir die Herausforderungen für die Zeit danach besprechen.

Welche anderen Optionen habe ich?

Wenn du keine Psychotherapie anstrebst (und ggf. auch zur Überbrückung der Wartezeit) kommen vielleicht folgende Alternativen in Frage:

  • Eine medikamentöse Behandlung kann schnell und unkompliziert durch deinen Hausarzt oder eine psychiatrische Praxis eingeleitet werden.
  • Ein Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik ermöglicht dir eine intensive Betreuung und Auszeit von deinem gewohnten Umfeld und Alltag. Du kannst dich freiwillig in eine psychiatrische Klinik einweisen lassen, indem du bei der psychiatrischen Institutsambulanz vorstellig wirst und um Aufnahme bittest oder dir von deinem behandelnden Arzt eine Überweisung ausstellen lässt.
  • Ein Aufenthalt in einer Tagesklinik ermöglicht dir weiterhin in deinem gewohnten Umfeld bleiben zu können. Tagsüber kannst du in der Klinik die zahlreichen therapeutischen – und Betreuungsangebote wahrnehmen. Die Abende, Nächte und Wochenenden verbringst du zu Hause. Auch für den Aufenthalt in einer Tagesklinik ist eine Überweisung deines behandelnden Arztes notwendig.

Was kann ich selbst tun?

Hier findest du die wichtigsten Ressourcen zur Selbsthilfe, wenn du traurig, unglücklich und unzufrieden bist.

Ich glaube, ich bin depressiv!

Ist deine Stimmung schon seit einiger Zeit sehr gedrückt, du fühlst dich antriebslos und hast jegliche Freude verloren? Dann solltest du das Vorliegen einer Depression prüfen (lassen). Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Störungen, können aber erfolgreich behandelt werden.

Hier findest du Informationen über das Krankheitsbild sowie Tipps und Tricks zur Selbsthilfe.

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Die hier aufgeführten Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen erstellt (Stand: November 2019). Dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Fehler oder Überarbeitungsvorschläge bitte an kontakt@gluecksdetektiv.de.