Titel_materialism

Wie Konsum und Materialismus unglücklich machen

Dass Menschen durch die Anhäufung von Geld und materiellen Gütern nicht unbedingt glücklicher werden, ist ja inzwischen schon ein alter Hut. Noch relativ unbekannt ist hingegen, dass bereits das Streben nach Reichtum und materiellen Güter unser Wohlbefinden deutlich zu verringern scheint.

Materialismus macht krank

Materialismus - Glücksdetektiv

Uwe Steinbrich / pixelio.de

Die amerikanischen Psychologen Tim Kasser und Richard M. Ryan haben in einer Vielzahl von Untersuchungen festgestellt, dass Menschen mit sehr materialistischen Werten ein geringeres psychisches und physisches Wohlbefinden aufweisen, als Menschen, denen materialistische Werte weniger wichtig sind.

In ihren Studien arbeiten sie mit dem so genannten „Aspiration Index“.  Dabei werden den Versuchspersonen verschiedene Ziele vorgelegt und sie sollen angeben, welche Ziele wie wichtig für sie sind.

Darunter fallen z.B. das Bedürfnis nach Sicherheit, nach guten Beziehungen mit anderen Personen, aber eben auch materialistische Werte wie finanzieller Erfolg oder ein hoher Status.

Menschen, für die finanzieller Erfolg sehr wichtig ist, zeigen weniger Selbstverwirklichung und Lebensfreude und mehr depressive Symptome und Ängstlichkeit als Personen, für die gute Beziehungen oder ein gesellschaftlicher Beitrag wichtig sind.

In einer anderen Studie zeigte sich, dass Menschen, die nach Ruhm, Geld und Ansehen streben auch mehr physische Symptome aufwiesen, also häufiger unter Kopfschmerzen, Magenprobleme etc. litten als weniger materialistische Versuchspersonen.

Daneben scheint eine stark materialistische Haltung auch die Qualität unserer tagtäglichen Erfahrungen zu verringern, da materialistische Studenten in der Summe weniger positive Emotionen erlebten als Menschen, die sich nicht so viel aus Geld und Besitz machen.

Je wichtiger uns materialistische Werte sind, desto geringer ist also unsere Lebensqualität.

Was wir dagegen tun können

Materialismus - Glücksdetektiv

Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

In unserer heutigen Konsumgesellschaft haben wir alle zu einem gewissen Ausmaß materialistische Werte internalisiert. Manche vielleicht noch mehr als andere.

Wer viel fernsieht oder Eltern hat, die diese Werte stark verinnerlicht haben, legt sicherlich mehr Wert auf materialistische Ziele als andere. Und dann beginnen diese Werte unser Leben zu organisieren.

Sie beeinflussen die Ziele, die wir verfolgen, die Einstellungen die wir gegenüber bestimmten Personen oder Objekten aufweisen und verändern unsere Verhaltensweisen.

Konsum ist nicht der Schlüssel zum Glück, vielmehr hält er uns davon ab, ein zufriedenes und erfülltes Leben zu führen. Ein großes Argument also dafür, Konsum zu reduzieren. Doch wie können wir den ewig neuen Lockungen der Werbeindustrie widerstehen?

Man muss nicht in völliger Armut leben um der Gefahr durch zu hohen Materialismus aus dem Weg zu gehen. Im Gegenteil, eine gewisse Verfügbarkeit von Ressourcen gibt uns Sicherheit. Und Sicherheit ist ein wesentliches Grundbedürfnis, das erfüllt werden will.

Ziel sollte es jedoch sein, die Balance zu halten. Ein bisschen Materialismus ist völlig in Ordnung, solange intrinsische Ziele und Werte überwiegen.

Das nächste Mal, wenn du dir denkst, dass alles besser wäre, wenn du dir die teure Sonnenbrille leisten könntest oder du anders aussehen würdest, frage dich, ob das tatsächlich so ist.

Was hat es Dir in der Vergangenheit gebracht, wenn sich dein materialistischer Wunsch erfüllt hat?

Hast du deine erhofften Ergebnisse erreicht?

Warum sind Geld und Ruhm überhaupt so wichtige Ziele?

Was willst du durch sie erreichen? Und gibt es nicht auch vielleicht direktere dahin als Reichtum, Ruhm und Schönheit?

Materialismus kritisch hinterfragen

Materialismus - GlücksdetektivHeutzutage wird uns an jeder Ecke versprochen, dass Geld und Besitztümer glücklich machen. Wir glauben diese Nachricht und streben ein Leben lang danach, Besitz anzuhäufen, damit es uns endlich gut gehen kann.

Doch wir sitzen einer großen Lüge auf. Geld und materielle Besitztümer tragen wenig zu unserem Wohlbefinden bei, sobald die Grundbedürfnisse gedeckt sind.

Im Gegenteil: das Streben nach materialistischen Konsumgütern ist sogar kontraproduktiv für unser Wohlbefinden, da nur noch wenig Zeit und Ressourcen übrig bleiben, um sich den wirklich wichtigen Dingen des Lebens zu widmen.

Wer glücklich sein (und nebenbei dem Planeten einen Gefallen erweisen) will, der sollte seine Konsumhaltung kritisch reflektieren und sich fragen, was wirklich hinter dem Wunsch steht, den schnellsten Wagen zu fahren, das neueste Smartphone zu besitzen oder das meiste Geld zu haben.

Und dann versuchen, dieses Ziel auf einem anderen Weg zu erreichen.

Wenn dir der Artikel gefallen hat, würde ich mich freuen, wenn du dich in meine Emailliste einträgst. Ich sende dir dann jeden Montag den neuesten Artikel zu und versorge dich außerdem mit vielen exklusiven Glückstipps. Meinen Ratgeber „Erkenne deine Werte“ gibt es kostenlos dazu.

Und deine wahren Werte zu kennen, ist der beste Weg gegen zu viel Materialismus 🙂

Jetzt hier eintragen für mehr
kostenlose Glückstipps:
und du erhältst den E-Mailkurs „Aufbruch ins Glück“ gratis dazu! 5 Wochen lang bekommst du in 10 E-Mails alle Informationen, um in ein glückliches Leben durchstarten zu können.
12 Kommentare
  • Ist Glück käuflich? – Glücksversprechen in der Werbung | Glücksdetektiv
    schrieb um 12:17h, 23 September Antworten

    […] uns wirklich glücklich machen. Auch wenn die anfängliche Freude groß sein mag. Auf Dauer hat noch keines dieser Produkte erreicht, dass wir geliebt oder zufriedener werden. Insbesondere da man sich durch den Kauf der Produkte […]

  • Konsumpf » Lesetipps: Materialismus macht unglücklich | Heile Bio-Welt? | Nespresso-Müll | Werbevideos | Filmeverschenken
    schrieb um 13:25h, 27 Oktober Antworten

    […] – also Artikel, die mir in den letzten Wochen positiv aufgefallen sind. Da wäre zunächst „Wie Konsum und Materialsmus unglücklich machen“ von Katharina Tempel. Die oft einseitige Fokussierung auf Marken und Besitz, die uns auch durch […]

  • Von Nachhaltigkeit zu Konsumethik – kollektiver Konsum statt Label-Wahnsinn | Marketing Management-Blog
    schrieb um 16:56h, 31 Oktober Antworten

    […] «Wie Konsum und Materialsmus unglücklich machen» von Katharina Tempel […]

  • Häschen
    schrieb um 12:42h, 04 November Antworten

    Ich habe 90 Prozent weggeschmissen und bin nicht unglücklicher. Jeder wie er will, solange es mich nicht betrifft. Es soll sich allein nachher keiner beschweren. Der Herr Marx hätte keine Freude mit mir und die Ohren lange gezogen wie dem Schnuffel, ich sammle/horte halt Zahlungsmittel.

    Aber selbst das wird irgendwann mal sinnlos. Das entstand zufällig, ich arbeitete so ca. 16 Stunden am Tag teils mehr ohne Urlaub und Wochenende, da hatte ich nie wirklich Zeit Geld auszugeben für mich selbst. Ganz gesund ist das nicht.

    Das habe ich mir beibehalten. Und die gesammelten Investitionen, die Halbwertszeit von Literatur in der IT ist teils je nach Fachbuch ca. 1 Jahr bis max 3, über die Jahre (so ca. 17 Jahre) habe ich eben entsorgt.

    Sinnvoll ist es nicht sich heute noch irgendetwas zu kaufen außer den ‚Bedarf‘ zu decken und selbst das als Bedarf empfundene ist schon sehr mit Vorsicht zu genießen. Der Anteil von Schein in den Produkten ist einfach zu hoch. Ich sags einfach, die Differenz zwischen Schein und Sein macht krank.

    Daran krankt ja auch die Wirtschaft und insbesondere die Gesellschaft.

  • Resümee ARD Themenwoche “Glück” | Glücksdetektiv
    schrieb um 14:04h, 22 November Antworten

    […] Andere Berichte fragten junge Mädchen beim Shopping-Trip, ob sie das Einkaufen glücklich mache. Dass sie diese Fragen bejahten, wird wohl kaum jemand wundern, wird dem Thema aber in keinster Weise gerecht. Insbesondere da ein Großteil der empirischen Forschung zeigt, dass Konsum und Materialismus sich schädlich aufs Wohlbefinden auswirken. […]

  • 3 Gründe, warum Erlebnisse glücklicher machen als Besitz | Benedikt Ahlfeld • Ein Leben nach eigenem Standard.
    schrieb um 10:29h, 07 März Antworten

    […] Zu viel Konsum oder ein zu starker Fokus auf materialistischen Werten schaden unserem Wohlbefinden. Die Psychologen Tim Kasser und Richard M. Ryan haben zahlreiche Untersuchungen zu dieser Thematik […]

  • Moritz
    schrieb um 00:39h, 09 März Antworten

    DAs Warum fehlt leider.

    • Glücksdetektiv
      Katharina Tempel
      schrieb um 15:53h, 10 März Antworten

      Hallo Moritz,

      in diesem Artikel wurden zunächst nur Zusammenhänge zwischen einem materialistischen Fokus und einem verschlechterten Wohlbefinden festgestellt. Warum sich dieser ergibt, konnten die Autoren nur mutmaßen.
      Eine Annahme besteht darin, dass materialistische Personen so stark auf äußere Ziele fokussieren, dass ihnen Zeit und Ressourcen fehlen, um sich den Dingen zuzuwenden, die unser Wohlbefinden positiv beeinflussen.

      Laut Kasser und Ryan müssen drei grundlegende Bedürfnisse für eine optimale Entwicklung und ein optimales Wohlbefinden erfüllt werden: Das Bedürfnis nach Autonomie, nach Bezug und nach Kompetenz. Wer z.B. sehr viel Wert auf Karriere legt, der muss in seiner Laufbahn viele Anweisungen befolgen, ständig verfügbar sein und häufig auch klein bei geben. Sich unter diesen Umständen als autonomen Menschen wahrzunehmen ist kaum möglich. Zudem gibt es Erkenntnisse, dass Menschen, die Konsumgütern einen hohen Stellenwert beimessen, weniger empathisch und großzügig sind und dazu neigen, ihre Mitmenschen als Objekte zu betrachten, die ihnen Vorteile oder Nachteile verschaffen können. Das wiederum erschwert die Beziehungsbildung enorm.

      Auf diese Weise hält uns ein materialistischer Fokus von der Befriedigung unserer eigentlichen Bedürfnisse ab und verringert dadurch unsere Zufriedenheit. Siehe auch: „The High Price of Materialism“

  • Zeit statt Zeug – die etwas andere Geschenkidee | Glücksdetektiv
    schrieb um 09:46h, 10 Juni Antworten

    […] Wie Konsum und Materialismus unglücklich machen 8 comments […]

  • Gast
    schrieb um 09:19h, 09 Mai Antworten

    Müh dich nicht ab, es zu Reichtum zu bringen, aus eigener Einsicht lass die Finger davon! Denn eh du dich versiehst, hat er Flügel bekommen und fliegt wie ein Adler fort durch die Luft.

    • Glücksdetektiv
      Glücksdetektiv
      schrieb um 16:24h, 13 Mai Antworten

      Das ist ein wichtiger Punkt, den du ansprichst. Es ist furchtbar schwer seine Wünsche zu kontrollieren. Erfahrungsgemäß wollen wir Menschen immer mehr und sind selten zufrieden mit dem was wir haben. Das trifft auf Superreiche genauso zu wie auf bettelarme.
      Oder meintest du etwas anderes?

  • Wie wird man glücklich? Die ultimative Schritt-für-Schritt-Anleitung - Glücksdetektiv
    schrieb um 12:13h, 25 Juli Antworten

    […] du dich häufig mit anderen? Denkst du zu pessimistisch? Leidest du unter starken Selbstzweifeln? Glaubst du, dass dich deine Besitztümer glücklich machen? Benutzt du eine falsche Entscheidungsstrategie? Tust du immer nur alles aus Mittel zum Zweck? Hast […]

Hinterlasse einen Kommentar